Larry Sanger -
oder hier der Wikipediaartikel :-) , Mitbegründer und erster Chefredakteur von Wikipedia, startet den neuen Versuch einer Online-Enzyklopädie.
Das neue Projekt heißt
"Citizendium" und soll "gentle expert oversight" beinhalten.
Nur wer sich mit seinem vollen Namen registriert und eine gültige e-Mailadresse angibt soll laut Sanger berechtigt sein, Artikel zu schreiben und zu editieren. Grund dafür ist die Angst vor Vandalismus, von der die Wikipedia - Community des öfteren betroffen ist. Trotz allen Vorsätzen hat aber auch Citizendium mit Startproblemen zu kämpfen. Mussten sich angehende AutorInnen in der Pilotphase bei Sanger bewerben, ist jetzt die Anmeldung freigegeben, was auch prompt zu Problemen mit "Vandalen" geführt hat. Näheres nachzulesen bei
heise online oder
spiegel online
Ich denke, an diesem Beispiel wird sichtbar, dass viele Bereiche im Netz sich auf eine Gratwanderung begeben. Einerseits sollen die User das Web und dessen Inhalte nicht nur nutzen, sondern auch aktiv mitgestalten können. Andererseits werden ihnen diese Fähigkeiten bald wieder aberkannt, weil erwünschte Erfolge ausbleiben oder "Störenfriede" ihr Unwesen treiben. Durch Kontrolle und "Besserwisserei" durch Experten, werden hier wahrscheinlich engagierte und fleißige Akteure verunsichert und auch entmündigt. Die Verantwortung sollte dabei auch bei den LeserInnen dieser Online - Enzyklopädien liegen. Ihre Aufgabe ist es, alle Texte kritisch zu lesen, zu hinterfragen und gegebenfalls auch weitere Informationen hinzuzuziehen. Will sich jemand in einem bestimmten Gebiet besonders gut einlesen, wird es nicht bei einem Wikipedia- oder Citizendiumartikel bleiben, es werden weitere Quellen verwendet. Dadurch entsteht ein Informationspool aus dem geschöpft werden kann.