Frühe Bildung - Große Chance
Am 25. Oktober fand in Salzburg der Kongress Frühe Bildung - Große Chance - Mythos oder Realität? statt.
Einig waren sich PolitikerInnen, ExpertInnen und TagungsteilnehmerInnen darin, dass es sich hier nicht um einen Mythos handelt, sondern um erstrebenswerte Ziele und Aufgaben der Frühpädagogik. Wie diese Bildung in verschiedenster Weise vermittelt und erreicht werden kann, wurde von unterschiedlichsten Seiten verdeutlicht.
Willi Stadelmann, Leiter der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz gab einen Einblick in die Zusammenhänge von früher Förderung mit neuropsychologischen Erkenntnissen. Er betonte in seinem Beitrag die Individualität jedes einzelnen und dass diese Einzigartigkeit eine individuelle Förderung unbedingt notwendig mache. Er betonte, dass vor allem durch aktives Handeln und Stimulation Kinder schon in frühem Alter gefördert werden könnten, und dass vor allem die Erfahrungen der ersten Jahre prägend wären für die weitere Hirn- und Lernentwicklung. Seinen interessanten Beitrag beendete Dr. Stadelmann mit einer Exkursion zu den elektronischen Medien in Bezug auf Lernen und Bildung und die Passivität der Nutzung. Seine Stellungnahmen formulierte der Vortragende für mich zwar verständlich und nachvollziehbar, jedoch meiner Meinung nach äußerst einseitig. Jene medienkritischen KindergartenpädagogInnen, die diesen Vortrag besucht haben, wurden mit Sicherheit in ihrer Ablehnung gegen medienpädagogische Kindergartenarbeit bestärkt - Schade!
Derzeit ist der Beitrag von Dr. Stadelmann noch nicht online verfügbar - ich konnte jedoch hier einen ähnlichen Vortrag finden.
Ein Höhepunkt des Kongresses war sicher das Impulsreferat von Wassilios Emmanuel Fthenakis, der über die Ergebnisse der OECE Studie "Starting Strong II" berichtete. Anschaulich stellte er die Notwendigkeiten eines einheitlichen Bildungsplanes der Frühpädagogik für Österreich vor, welcher auch entsprechende Veränderungen in der pädagogischen Arbeit und den pädagogischen Ansätzen mit sich bringen sollte. Die Studie weist Mängel in der Zusammenarbeit von Kindergarten – Eltern- Schule auf und pocht auf einen "übergreifenden" Bildungsplan, der von Klein auf bis in die Schulzeit Wirksamkeit haben sollte. Herr Fthenakis ging ebenfalls auf die in Österreich herrschenden Rahmenbedingungen der Kindergartenarbeit ein und zeigte auf, dass im Bereich der Frühpädagogik der Vorschulbereich "chronisch unterfinanziert" sei.
Dass die TeilnehmerInnen die derzeitige Situation in vielen Bereichen der Frühpädagogik als untragbar empfinden, zeigte sich am häufigen Spontanapplaus von ZuhörerInnenseite.
Informationen zum OECD Starting Strong II- Länderbericht für Österreich.





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