In Bezug auf medienpädagogisches Arbeiten im Kindergarten wird gerne vergessen, dass den Rahmenbedingungen der Institutionen, in denen medienpädagogische Arbeit stattfinden soll, große Bedeutung zukommt. Neben den institutionellen Rahmenbedingungen spielen aber auch die Gegebenheiten, die durch die Bildungspolitik national und auf Landesebene bestimmt werden, eine wichtige Rolle.

Hier eine kleine Auflistung, welche Rahmenbedingungen in Verbindung mit medienpädagogischer Arbeit berücksichtigt werden müssen:

  • das pädagogische Konzept, didaktischer Rahmen: Es macht einen Unterschied, ob Institutionen nach der sogenannten "Jahreszeitenpädagogik" arbeiten, oder sich die Planung verschiedener Bildungseinheiten nach den Interessen der Kinder richtet.
  • Personale Ressourcen: Medienpädagogische Arbeit wird erschwert, wenn wenig Personal zur Verfügung steht. So müssen zum Beispiel hier in Tiroler Gemeindekindergärten Kindergartenpädagoginnen 19 Kinder allein betreuen. Auch bei mehr als 20 Kindern in der Gruppe ist es nicht selbstverständlich, täglich eine Helferin zu bekommen.
  • technische Ausstattung und finanzielle Mittel:In vielen Kindergärten mangelt es an technischer Ausstattung, die finanziellen Mittel sind knapp. Verständlich, dass die Anschaffung von Computer und dergleichen keine einfache Sache ist.
  • zeitlicher Aufwand für medienpädagogische Arbeit -
    Vorbereitungszeiten:
    Die Vorbereitungszeit für medienpädagogische Arbeit bedarf eines Mehraufwands von Seiten der Kindergartenpädagogin. Diese hat nicht nur die täglichen Vorbereitungen und Planungen zu machen, sondern auch Einkäufe, Organisatorisches, Elternarbeit. In einem Artikel der Tiroler Tageszeitung vom 3. Juni 2006 wurde berichtet, dass die Vorbereitungszeit der Kindergartenpädagoginnen in Zukunft nur mehr fünf Stunden betragen werde (vgl. Tiroler Tageszeitung, Jhg. 61, Nr. 128, S. 4). In dieser Zeit wird es kaum möglich sein, die allgemeine Vorbereitungsarbeit unterzubringen.
  • Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten: Die Möglichkeit des Besuchs von Fort- und Weiterbildungsangeboten hängt einerseits von den bildungspolitischen Gegebenheiten ab (ob es überhaupt Angebote gibt) und andererseits von der Institution, indem der Besuch von Fortbildungsveranstaltuangen als positiv betrachtet oder eher geduldet wird.
  • Elternarbeit: Die Eltern müssen unbedingt in die Bildungsarbeit des Kindergartens einbezogen werden. Durch mangelnde Infomation und Kommunikation kann es leicht zu Missverständnissen und Vorurteilen gegenüber medienpädagogischer Arbeit kommen.

  • Die Liste an Rahmenbedinungen könnte hier noch lange erweitert und ausgeführt werden. Klar wird hier für mich, dass es zu einem Umdenken in den Gemeinden (oder den Erhaltern der Kindergärten) kommen muss als auch von bildungspolitischer Seite die pädagogische Arbeit des Kindergartens unterstützt und gefördert werden muss. Bevor die Gegebenheiten für eine positive pädagogische Arbeit nicht vorhanden sind, wird es auch weiterhin an medienpädagogischer Arbeit im Kindergarten mangeln.

    Trotzdem: Ich finde, dass es aber auch der Eigeninitiative und dem Engagement der Kindergartenpädagoginnen bedarf, indem sie versuchen, innerhalb ihrer Möglichkeiten und Rahmenbedingungen medienpädagogisch zu arbeiten. Vielleicht können sie mit ihrer Initiative mithelfen, neue Rahmenbedingungen zu gestalten - das hoffe ich für die Zukunft.

    Gedanken, die mich in diesem Zusammenhang beschäftigen:

  • Wie sieht das Bild des Kindes bei uns in Österreich aus? Sind wir/ die Politik sich bewusst, welche sensible und wichtige Phase die Zeit des Kindergartens für die Entwicklung des Kindes darstellt?
  • Der Ruf nach verländerter Betreuung bei gleichbleibendem Gehalt und immer weniger Vorbereitungszeiten - wie soll das machbar sein?
  • Welchen Stellenwert nimmt die vorschulische Bildung in Österreich ein - wird sie überhaupt beachtet?
Weiterführende links:
Charlotte - Bühler - Institut
Medienpädagogische Arbeit im Kindergarten
Kindergartenalltag - eine Einführung