Neues vom Kinderfernsehen
Die Zeitschrift MedienPädagogik beschäftigt sich in ihrer 13. Ausgabe mit dem Thema "Kinderfernsehen". Zwar sind noch nicht alle Artikel dazu online abrufbar, aber den ersten Beitrag fand ich schon mal sehr interessant.
Die Autorinnen Ingrid Paus-Hasebrink, Michelle Bichler und Christine W. Wijnen gehen in ihrem Artikel "Kinderfernsehen bei sozial benachteiligten Kindern" der Frage nach, welche Bedeutung Kinderfernsehen in Familien mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen hat und welche Unterschiede in der Rezeption von Seiten der Kinder und der Eltern zu finden sind. Weiters erkunden sie das Medienerziehungs- und das Fernsehrezeptionsverhalten der Eltern in sozial benachteiligten Familien. Dabei beziehen sich viele Aussagen auf die laufende Studie "Analyse des Wandels von Sozialisation: Veränderung von Kindheit in sozial schwächeren bzw. anregungsärmeren Milieus im Kontext des Wandels der Medien", welche in Salzburg durchgeführt wird.
Ich fand diesen Beitrag sehr anschaulich und informativ, aus meinen persönlichen Beobachtungen in der Kindergartenpraxis kann ich manchen Aussagen nicht ganz zustimmen.
Vor allem was die Medienerziehungsstrategien der Eltern betrifft, sprechen die Autorinnen des Beitrags von Kontrolle der Mediennutzung. Es mag sein, dass Eltern mit höherer Bildung stärkeres Interesse am Medienumgang ihrer Kinder zeigen. Die Medienerziehung findet aber hier, so meine Erfahrung, vor allem durch Kontrolle, mit Angeboten und Verboten statt - Medienerziehung wird in vielen Familien "missverstanden". Das heißt, Eltern versuchen, das was sie als "gut und pädagogisch wertvoll" erachten, ihren Kindern anzubieten. Viel zu selten findet eine gemeinsame Auswahl der Fernsehangebote oder Gespräche über Fernseherlebnisse statt.




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Daniel Ammann, Schriftleitung MedienPädagogik