Im Spiel verarbeiten Kinder, was sie beschäftigt und interessiert. Das kindliche Spiel steht in einer dynamischen Wechselbeziehung zu unserer Gesellschaft und Kultur. Lange Zeit habe ich dies gar nicht weiter beachtet und das Kinderspiel als "statisch und gleichbleibend" betrachtet. Dabei hat sich das Spiel der Kinder in den letzten Jahren doch deutlich verändert.

Hier ein Beispiel aus einem ganz gewöhnlichen Kindergartentag:
Szene1: Einige Kinder spielen in der Puppenecke. Sie stellen eine Familie im Alltagsleben dar. Die Mutter ruft: "Essen gehen", aber der Papa gibt zur Antwort: "Wart, ich muss noch schnell im Internet was nachschauen" klappt seinen imaginären Laptop auf und tippt los.

Szene 2: Die Kinder spielen mit Sonos (ein Konstruktionsspiel). Seit einiger Zeit werden sehr gerne Handys gebaut und anschließend ausprobiert.

Szene 3: Das hat zwar nicht viel mit Kinderspiel zu tun, ist für mich aber trotzdem interessant - ich mache mit meiner Digitalkamera Fotos von einigen Kindern. Diese rufen mir zu: "Lass mich anschauen". Wär hätte früher daran gedacht, an so etwas nur zu denken...