Durch den Einsatz des Computers in Volksschule und Kindergarten wird nun die Frage aufgeworfen, ob es nicht sinnvoll wäre, das Schreiben mit der Tastatur zu beginnen, es sprechen doch einige Vorteile dafür.

In der Broschüre Besser von Hand wird nun auf diese Problematik eingegangen. Die AutorInnen empfehlen das Erlernen des Schreibens mit der Hand, denn:

Wenn unsere Hand einen Stift führt, wird offensichtlich der entsprechende motorische Befehl in bestimmten Teilen der Großhirnrinde gespeichert. So entsteht ein Gedächtnis für Bewegungen und taktile Empfindungen, die zum jeweiligen Schriftzeichen gehören – die so genannten sensomotorischen Erinnerungen. Sie unterstützen das rein visuelle Wiedererkennen. Im Umkehrschluss kann die Bedeutung eines Zeichens immer auch an der jeweils zugehörigen Handbewegung erkannt werden. Experten nennen dies »kinästhetische Erleichterung«: Wir schreiben ein Wort oder zeichnen es mit den Fingern nach, um uns daran zu erinnern. Dies nützt vor allem Menschen mit einer Leseschwäche oder Patienten mit Hirnverletzungen, die nicht mehr fähig sind, Buchstaben zu erkennen. Ihre Leseleistung verbessert sich durch die motorische Nachhilfe erheblich.

Interessant ist hier, wie viele Sinneseindrücke mit dem ersten Schreiben gemacht werden (müssen), um diese Erfahrungen zu verinnerlichen.

Martin Hoffmann hat im Edublog den Artikel schon fein in kleine Einzelteile zerlegt :-), um die Übersicht zu erleichtern.

Die positiven Auswirkungen des "Schreibenlernens von Hand" mögen sicherlich stimmen, trotzdem empfehle ich zu eine Kombination von beidem. Ich glaube, dass es den Kindern auch durchaus Vorteile schafft, wenn sie frühzeitig beginnen, die Tatatur zu verwenden. Meine Beobachtungen im Kindergartenalltag haben mich zu dieser Einstellung gebracht:

  • Die Kinder erfahren, dass Worte aus verschiedenen Buchstaben bestehen. Sie lernen, zuerst ihren Namen, dann schon die Namen der ganzen Familie in Einzelteile zu zerlegen und sogar zu buchstabieren.
  • Durch die einfache Bedienung der Tastatur werden mehr Kinder in der Gruppe dazu animiert, sich für Buchstaben zu interessieren. Schon 4jährige können bald ihren eigenen Namen schreiben, was sie sehr stolz auf ihre Leistung macht.
  • Erklärt man den Kindern, wie es gelingt, Groß- und Kleinbuchstaben mit der Tastatur zu erzeugen, erkennen sie sehr bald, dass es Unterschiede gibt. Die Kinder beginnen zu vergleichen, anhand von vorgeschriebenen Worten - wo werden Großbuchstaben verwendet und wo Kleinbuchstaben.
  • Außerdem macht es Spaß, Schriftarten auszuwählen, Farbe und Größe zu bestimmen und das Ganze dann auszudrucken. Auch so werden kleine Erfolge sichtbar gemacht.