Beim Internetprojekt BIBER - Bildung - Beratung - Erziehung wird seit einiger Zeit fleißig gearbeitet, und regelmäßig erscheinen Beiträge und Tipps zu medienpädagogischen Themen auch den Übergang Kindergarten und Schule betreffend.

Besonders interessant habe ich den Beitrag Elternabend zum Thema Medien in Kita und Schule, der ziemlich neu eingestellt worden ist, gefunden.

Die Autorin Daniela Sauermann macht dabei vor allem auf die mediale Durchdringung (kindlicher Lebenswelten) aufmerksam und der daraus entstehenden Notwendigkeit der Elterninformation, beziehungsweise die Wichtigkeit des Informationsaustausches Kindergarten/Schule - Eltern.

In ihrem Vorschlag für einen Elternabend geht es vor allem um die Sensibilisierung der Eltern und um das medienbiografische Arbeiten mit den Erwachsenen. Indem die Eltern Verbindungen aus der eigenen Mediennutzung zur Mediennutzung ihrer Kinder entdecken und erkennen, können Vorurteile abgebaut und Unverstandenes aufgearbeitet werden. Ein Blick zurück in die eigene Kindheit ermöglicht den Erwachsenen, Verhaltensweisen und Vorlieben der Kinder in Bezug auf Medien und Medienhelden besser zu verstehen. Ziel eines solchen Elternabends ist eine reflektierte - offene aber auch kritische Sichtweise zum Thema Medien von Seiten der Erwachsenen.


Auch wenn die Ideen zum Elternabend sehr ansprechend ausgearbeitet worden sind, entdecke ich jedoch auch Probleme, die die Umsetzung im Kindergartenalltag erschweren können:

  • Was passiert, wenn es ErzieherInnen und LehrerInnen an der eigenen Medienkompetenz fehlt? (– und davon gibt es genug!!) Werden sie sich an einen solchen Elternabend wagen? Können sie die Anliegen zu den medienpädagogischen Themen, zur Medienerziehung auch "rüberbringen"?
  • Wenn KindergartenpädagogInnen und LehrerInnen an ihrer Medienkompetenz zweifeln und sich einen solchen Informationsabend nicht zutrauen, fände ich es angebracht, Unterstützung von Außen zu holen und einem Fachmann/einer Fachfrau hier die Moderation des Elternabends zu überlassen.

Im Mittelpunkt der Elternarbeit steht jedoch auf jeden Fall eine Hinführung zu einem offenen Umgang mit Medien - Medien gehören zum Alltag jeder Familie. Wichtiges Ziel dabei ist es, die Eltern auch zu kritischem Denken heranzuführen. Die Erziehenden sollten dabei die Mediennutzung ihrer Kinder sensibel beobachten und auch beeinflussen, aber ihre Vorurteile, sowie ihre persönlichen Medienvorlieben den Kindern nicht „aufzwingen“.