Jugend und Neue Medien

Die Existenz der "Digital Natives"


1               Problemaufriss und Zielstellungen

Die Erfindung des Computers nahm einen großen Einfluss auf verschiedene Bereiche wie Kommunikation, Arbeit und Unterhaltung. Prensky (2001a) geht sogar noch einen Schritt weiter und stellt die These auf, dass es sich nicht nur um einen Generationensprung handelt, sowie es über die Jahrhunderte geschehen ist, sondern dass die heutige Jugend eine völlig andere ist. Zu Recht stellt sich die Frage, ob nun wirklich „Digital Natives“ existieren bzw. ob die Jugend nun als „Digital Natives“ bezeichnet werden kann.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Beantwortung dieser Frage. In der vorliegenden Arbeit wird der Begriff „Digital Natives“ definiert und auf Prenskys These eingegangen. Damit diese genauer bearbeitet werden kann, werden folgende Teilaspekte behandelt:

o       Was ist unter dem Begriff „Digital Natives“ zu verstehen?

o       Worin liegt der Unterschied zwischen „Digital Natives“ und anderen Personen?

o       Welche Eigenschaften besitzen sie (nicht)?

o       Welche Auswirkung hat diese Annahme auf den didaktischen Bereich?

Das erste Kapitel dieser Arbeit befasst sich mit dem Problemaufriss und den Zielstellungen. Die Einleitung erläutert die Problematik der aufgestellten These von Prensky, gibt einen kurzen Überblick über die einzelnen Kapitel, beschreibt das Ziel, die zentrale Frage: „Gibt es Digital Natives?“ zu beantworten, und das wissenschaftliche Vorgehen mit dem dieses Ziel erreicht werden soll.

Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit den Begriffsbestimmungen. Weiters gibt er einen kurzen Überblick über Prenskys Stellungnahme. Es wird auch geklärt, welche Unterschiede es zwischen „Digital Natives“ und anderen Personen geben und welche Eigenschaften diese neue Personengruppe besitzen soll.

In Kapitel drei wird die zentrale Frage durch geisteswissenschaftliches Arbeiten untersucht. Beim Bearbeiten und Beantworten der Frage werden Bücher, Zeitschriften und Internetquellen herangezogen und miteinander in Diskurs gesetzt. Die einzelnen Argumente der Autoren werden gegenübergestellt. Danach wird versucht sie anhand dieser Literatur zu beantworten.

Schließlich werden im letzten Kapitel noch einmal alle wichtigen Definitionen, Aussagen und Ergebnisse zusammengefasst.

 


2               Begriffsbestimmungen

In diesem Unterpunkt werden Definitionen für die Begriffe, die dieser Arbeit zugrunde liegen, aufgeführt. Die „Digital Natives“ werden den „Digital Immigrants“ gegenübergestellt, um sie davon abzugrenzen.

2.1               „Digital Natives“

Digital Natives oder auch zu Deutsch Digital[1] Beheimatete[2] sind laut Prensky Personen, die in der computerisierten Welt aufgewachsen und „„native speakers“ of the digital language of computers, video games and the Internet“ sind (Prensky, 2001a, S. 1). Sie sprechen eine ganz andere Sprache. Dies erklärt er, indem er ihre Vorgehensweisen in der digitalen Welt beschreibt: Sie lieben es Informationen sehr schnell zu bekommen, parallel zu arbeiten und sind multitasking fähig (vgl. ebd.).

2.2              „Digital Immigrants“

Prensky (2001a) stellt die Digital Natives den Digital Immigrants gegenüber. Er erwähnt als Separation nur, dass die letztere Personengruppe nicht in die digitale Welt hineingeboren wurde. Als bedeutendes Charakteristikum wird der Akzent herangezogen, welcher sich in ihren Tätigkeiten im Umgang mit den digitalen Geräten widerspiegelt, sich also wie der sprachliche Akzent als Abgrenzung zu den Digital Natives äußert.

„As Digital Immigrants learn – like all immigrants, some better than others – to adapt to their environment, they always retain, to some degree, their „accent,” that is, their foot in the past.” (Prensky, 2001a, S. 2)

2.3              Resümee

In diesem Kapitel wurden die zentralen Begriffe, die wichtig für das weitere Verständnis dieser Arbeit sind, erörtert. Die Digital Natives sind nach Prensky die junge Generation, die in die Welt der Computer hineingewachsen ist und daher auch anderes lebt, denkt, handelt, spielt und arbeitet. Die Digital Immigrants ist die ältere Generation, die in dieser Welt immer fremd ist, diese Sprache nicht beherrscht, einen Akzent aufweist und daher ihre eigenen Kinder nicht versteht.

3               Kommentation zur These über die Existenz der „Digital Natives“

In diesem Kapitel wird zu Prenskys (2001a) Aussagen über Digital Natives und Digital Immigrants Stellung genommen. Es wird versucht auf die zentrale Forschungsfrage: „Existieren Digital Natives?“ eine Antwort zu geben, indem die Standpunkte der einzelnen Autoren ausführlich beschrieben werden und Prenskys These gegenübergestellt wird.

3.1              Aspekte zu Prenskys Text „Digital Natives, Digital Immigrants“

In diesem Unterkapitel wird Prenskys (2001a) Text „Digital Natives, Digital Immigrants“ auf wissenschaftliche Kriterien untersucht.

3.1.1                    Zur Person

Die Recherchen zu Marc Prenskys Person haben ergeben, dass er 1980 seine Masterthesis an der „Harvard Business School“ schrieb. Beruflich war er als Lehrer tätig und hat viele populäre Bücher veröffentlicht. Wie man im angefügten Bild an den Text sehen kann, sieht er sich selbst als Visionär, Lern- und Spieldesigner, Sprecher, Autor und Futurist. Daraus geht hervor, dass er noch kaum eine tiefere Einführung über Wissenschaftliches Arbeiten in seiner Ausbildung hatte (vgl. Prensky, 2008).

3.1.2                    Stil des Textes

Jede wissenschaftliche Arbeit muss sich einer wissenschaftlichen Sprache, die klare Grammatik-, Rechtschreibungs- und Zeichensetzungsregeln hat (vgl. Karmasin & Ribing, 1999). Prensky (2001a) liebt es seinen Text fett zu markieren und seine Wörter kursiv zu stellen, das eindeutig nicht einfließen soll.

Die wissenschaftliche Sprache benutzt eine fachspezifische Terminologie und stützt sich auf fachspezifische Forschungsergebnisse, die in einem fachlichen Diskurs behandelt werden (vgl. Karall & Weikert, 2009). Prenskys (2001a) Stil in dem Text „Digital Natives, Digital Immigrants“ bedient sich eindeutig nicht der wissenschaftlichen Sprache, da beispielsweise seine Begriffe wie digitale Sprache, Akzent der Digitalen Immigrants oder digitaler Urknall von ihm allein verwendet werden, aber keine fachspezifische Terminologie darstellt. Andere Autoren wie zum Beispiel Schulmeister haben es schwer, auf nicht ausformulierte Definitionen Stellung zu nehmen: „Vermutlich ist das, was Prensky mit (…) meint, mit dem Begriff (…) besser gekennzeichnet“ (Schulmeister, 2008, S. 19). Weiters verweist er auf Forschungsergebnisse im Bereich der Neurobiologie, Kulturwissenschaft und Linguistik, jedoch nicht im Bereich der Pädagogik (vgl. Prensky, 2001a).

Direkte oder indirekte Zitate müssen sich namentlich auf einen Autor berufen (vgl. Wimmer & Zauchner, 2009). Entgegen diesen Regeln beruft sich Prensky auf eine unbestimmte Personengruppe. Beispielsweise zitiert er in dieser Weise: „Some refer to them as the N-[for Net]-gen or D-[for digital]-gen” (Prensky, 2001a, S. 1). Wer hinter diesen Autoren steckt, kann nur vermutet werden.

3.1.3                    Argumentation

Ein weiteres Charakteristikum für einen wissenschaftlichen Text ist die Argumentation, die sachlich und subjektiv sein, sich auf den letzten Stand der Forschung beziehen und sich kritisch mit der vorhandenen Literatur auseinandersetzen soll (vgl. Karmasin & Ribing, 1999). Prensky (2001a) stellt weder Literatur seiner Aussage gegenüber, noch fügt er aktuelle Forschungsergebnisse an. Schulmeister kommentiert, dass ihm „empirisch oder systematisch gewonnene Daten (fehlen)“ (Schulmeister, 2008, S. 18). Weiters lässt er seine These zum digitalen Urknall einfach im Raum stehen (vgl. ebd.).

Jede Arbeit muss sich wissenschaftlicher Methoden, der Beweisführung und der Genauigkeit der Auswertung der Ergebnisse behelfen (vgl. Karall & Weikert, 2009). Prensky (2001a) begründet seine These für die Existenz der Digital Natives, indem er auf eine subjektive Quelle, einer Aussage eines Kindergartenkindes, zurückgreift. Auch Schulmeister führt an, dass „(a)lle seine Einschätzungen auf Äußerungen einzelner Schüler oder Studenten (beruhen)“ (Schulmeister, 2008, S. 18).

3.2              „Digital Natives“ – eine neue Lebensform?

Prensky (2001a) stützt seine These für die Existenz einer neuen Lebensform, den so genannten „Digital Natives“ auf vier Begründungen zurück. Diese sollen hier näher erläutert, kritisch hinterfragt und mit der vorhandenen aktuellen Literatur gegenübergestellt werden.

3.2.1                    Digital Natives entwickelten sich aufgrund einer Singularität

Prensky (2001a) geht davon aus, dass sich die Digital Natives aufgrund einer Singularität, die Erfindung des Computers, entwickelt haben und sich daraus der veränderte Lebensstil erklärt. Schulmeister (2008) entgegnet dem, dass die Einführung des Computers in das tägliche Leben ein langsamer Prozess und nicht ein plötzliches Ereignis war. Überdies hinaus kritisiert er den Begriff der Singularität, der eigentlich in der Astronomie Ereignisse wie den Urknall bezeichnet.

Wenn diese Singularität wirklich stattgefunden hat, müssten sich schon Unterschiede der Mediennutzung innerhalb der Netgeneration zeigen. Dies wurde aber nicht in der empirischen Studie über Kommunikationswege die an der TU Graz durchgeführt wurde, bestätigt. Sie belegt, dass sich Studierende des ersten Semesters nicht wesentlich von 13-19Jährigen unterscheiden (vgl. Ebner et al., 2008). Eine amerikanische Mediennutzungsuntersuchung von Kvavik et al. bestätigt ebenfalls, dass die Kinder den Computer vorwiegend zur Kommunikation, zum Schreiben und Surfen benutzen. Nur eine Minderheit kreiert ihren eigenen Inhalt im Web (vgl. Bennett et al., 2008).

3.2.2                    Digital Natives sind „native speakers“ in der digitalen Welt

Die erste Begründung für die Annahme der Existenz der „Digital Natives“ ist, dass sie Einheimische in einer digitalen Welt sind und ihre Sprache auch besser als die Digital Immigrants, die nicht in ihr aufgewachsen sind, beherrschen (vgl. Prensky, 2001a). Für Schulmeister sind digitale Kommunikation, Spiele und Unterhaltung noch keine Anzeichen einer neuen Sprache (vgl. Schulmeister, 2008).

Tapscott (1997) sieht ebenfalls in der neuen Generation Experten der digitalen Welt, die den Älteren in ihrer Anwendung noch Lehrer sein können. Diese Begründung kann nicht standhalten, da die Kinder weder die Programmiersprache, noch sonstige Hintergründe der Elektronik kennen. Experten auf diesem Gebiet sind die Erfinder, die aber nicht in diese digitale Welt hineingeboren sind (vgl. Schulmeister, 2008).

3.2.3                    Digital Natives denken anders aufgrund einer anderen Gehirnstruktur

Die Annahme der Existenz der „Digital Natives“ stützt sich auf die Begründung, dass die Kinder heute anders denken, weil sich ihr Gehirn im Gegensatz zum Rest der Welt physisch anders entwickelt hat (vgl. Prensky, 2001b). Schulmeister (2008) findet den Zusammenhang zur Transformation der menschlichen Denkstruktur weit hergeholt, da sich Prenskys angeführten Erkenntnisse der Veränderung des Gehirns nur auf traumatische Erlebnisse stützen und sie daher nicht auf die allgemeine Hirnforschung oder die Pädagogik ausgeweitet werden können (vgl. ebd.).

Prensky (Prensky, 2001a) widerspricht sich selbst, indem er zuerst anführt, dass die Digital Immigrants sich dieser Welt nur schwer anpassen können. Danach (Prensky, 2001b) aber beschreibt wie ein Gehirn sein Leben lang die Plastizität behält. Demnach müssten sich die Digital Immigrants der digitalen Welt schon besser angepasst haben als dies Prensky angibt.

3.2.4                    Digital Natives lernen anders

Schließlich nimmt er an, dass Digitale Natives wohl anders lernen müssen, da unser veraltetes Bildungssystem nicht für sie konzipiert wurde (Prensky, 2001a). Für Schulmeister (2008) ist diese Argumentation nur eine Möglichkeit Kritik am Bildungssystem zu üben.

Prensky (2001a) unterscheidet auch zwischen neuem bzw. legacy und altem bzw. future Wissen. Schulmeister (2008) entgegnet der Behauptung, da Wissen weder alt noch neu sein kann und dieser Begriff mehr als nur zwei Attribute besitzt. Dieses Wissen soll nach Prensky (2001a) digital in den einzelnen Unterrichtsgegenständen vermittelt werden. Nach Schulmeister (2008) wurde auch diese Behauptung wurde nicht in allen Bereichen untersucht, da sich Wissen nicht auf den Fächerkanon des Stundenplans reduzieren lässt.

3.3              Resümee

In diesem Kapitel wurde Prensky selbst und sein Text „Digital Natives, Digital Immigrants“ auf Stil und Argumentation untersucht, welcher  nicht als wissenschaftlich bezeichnet werden kann, da den Argumentationen vergleichende Literatur fehlt, den Zitaten die Quellen entzogen wurden, die Begriffe ohne Definitionen bereitstehen und entsprechende Forschungsergebnisse im Bereich der Pädagogik ausbleiben.

Seine erste Behauptung für die Existenz der Digital Natives, ist das Auftreten einer Singularität mit der Entwicklung des Computers, jedoch kann die langsame Einführung der digitalen Medien kein Indiz für ein plötzliches Ereignis sein.

Seine zweite Behauptung stützt sich auf die andersartige Sprache. Schulmeister führt auch hier Kritik an der Begriffsbestimmung an und erwidert dies, indem er die Erfinder anführt, die Experten am Computer sind und daher nicht in Prenskys Definition der Ditital Immigrants passen.

Seine dritte Behauptung ist, dass die Digital Natives anders denken. Diese Ergebnisse beziehen sich auf Menschen mit traumatischen Erlebnissen, da die Einführung des Computers hier nicht dazugezählt werden kann.

Seine vierte Behauptung, dass Digital Natives anders lernen müssen wird widerlegt, da nicht sein vorgestelltes Modell für guten Unterricht auf  eine ganze Generation zutreffen kann.

 


4               Zusammenfassung und Ausblick

Die Frage, ob es „Digitale Natives“ wie Prensky sie bezeichnet wirklich gibt, wird aufgrund des Versagens des veralteten Bildungssystems immer größer. Befürworter, die an die Existenz der neuen Generation glauben wie Tapscott und Prensky sehen in der veränderten Jugend die Ursache für das Versagen der Lehrer in den Schulen. Sie fordern eine neue Bildungspolitik.

Der zweite Teil der Arbeit beschäftigte sich mit den Begriffsbestimmungen. Prensky stellt den Digital Natives die Digital Immigrants gegenüber, die nicht Einheimische der digitalen Welt sind und ihre Sprache daher auch nicht digital ist, sondern einen Akzent aufweist. Sie lernen, arbeiten, handeln und spielen anders als ihre Kinder.

In Kapitel drei wird auf Prenskys Stil und Argumentationsweise, welche nicht den Kriterien des wissenschaftlichen Arbeitens entsprechen, Bezug genommen. Sein Lebenslauf gibt Auskunft über die spärliche Beziehung, die er zur Wissenschaft pflegt. Seine Thesen, dass Digital Natives plötzlich entstanden seien, anders lernen, anders denken und anders zu unterrichten wären können durch empirische Forschungsergebnisse und durch Schulmeisters wissenschaftliche Argumentationen nicht verifiziert werden.

Der Begriff Digital Native ist daher mit Vorsicht zu gebrauchen und die zentrale Frage über ihre Existenz, die auf den oben genannten Gründen zurückzuführen ist, kann aufgrund der angegebenen Literatur nicht bestätigt werden.

Die Forderung, das veraltete Bildungssystem, digital oder anders, zu revolutionieren besteht weiterhin. Auch wenn der Begriff nicht für die heutigen Kinder angewendet werden kann, so agieren sie doch anders, als jede neue Generation, und es bedarf eines anderen Unterrichts- bzw. eines variantenreichen Stils. Es bietet sich an, hier weiter zu forschen, was guter Unterricht heute ist und welche Kriterien für guten und heutigen Unterricht notwendig sind.

5               Literaturverzeichnis

Bennett, S.; Maton, K.; Kervin, L. (2008). The 'digital natives' debate: A critical review of the evidence. [online]. http://www.cheeps.com/karlmaton/pdf/bjet.pdf [Abgefragt am 16.05.2011]

Ebner, M.; Schiefner, M.; Nagler, W. (2008). Has the Net-Generation Arrived at the University?: - oder der Student von Heute, ein Digital Native? [online]. http://lamp.tu-graz.ac.at/~i203/ebner/publication/08_gmw.pdf [Abgefragt am 20.05.2011]

Karmasin, M.; Ribing, R. (1999). Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten: Ein Leitfaden für Haus-, Seminar- und Diplomarbeiten sowie Dissertationen. 2., überarb. Aufl. Wien: WUV-Univ.-Verl. Online im Internet: URL: http://www.gbv.de/dms/ilmenau/toc/302208917.PDF

Karall, P. H.; Weikert, A. (2009). Schreiben - Was ist ein wissenschaftlicher Text? Wien. [online]. http://www.univie.ac.at/ksa/elearning/cp/schreiben/schreiben-2.html [Abgefragt am 17.04.2011]

PONS GmbH (2009a). Digital : Englisch–Deutsch : PONS.eu - Das Online-Wörterbuch. Stuttgart. [online]. http://pons.eu/dict/search/results-iso-8859-15/?q=digital&weiter.x=0&weiter.y=0&l=deen [Abgefragt am 11.04.2011]

PONS GmbH (2009b). Native : Englisch–Deutsch : PONS.eu - Das Online-Wörterbuch. Stuttgart. [online]. http://pons.eu/dict/search/results/?q=Native&in=&l=deen [Abgefragt am 11.04.2009]

Prensky, M.Marc Prensky.com. [online]. http://www.marcprensky.com/img/marc_main1.jpg [Abgefragt am 18.04.2011]

Prensky, M. (2001a). Digital Natives, Digital Immigrants. Vol. 9 No. 6. MCB University Press. [online]. http://www.marcprensky.com/writing/Prensky%20-%20Digital%20Natives,%20Digital%20Immigrants%20-%20Part1.pdf [Abgefragt am 10.04.2011]

Prensky, M. (2001b). Digital Natives, Digital Immigrants. Vol. 9 No. 5. MCB University Press. [online]. http://www.marcprensky.com/writing/Prensky%20-%20Digital%20Natives,%20Digital%20Immigrants%20-%20Part2.pdf [Abgefragt am 10.04.2009]

Prensky, M. (2008). resume. [online]. http://www.marcprensky.com/experience/Prensky-Resume.pdf [Abgefragt am 10.04.2001]

Schulmeister, R. (2008). Gibt es eine »Net Generation«?: Version 2.0. Hamburg. [online]. http://www.zhw.uni-hamburg.de/uploads/schulmeister-net-generation_v2.pdf [Abgefragt am 11.04.2011]

Tapscott, D. (1997). Growing Up Digital: The Rise of the Net Generation. McGraw-Hill, New York. [online]. http://www.growingupdigital.com/Fthebook.html [Abgefragt am 07.05.2009]

Wimmer, P.; Zauchner, S. (2009). Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten: Zitierleitfaden. Zitierleitfaden des Fachbereichs für mediengestütztes und individualisiertes Lernen, Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien, Donau-Universität Krems. [online]. http://moodle.donau-uni.ac.at/moodle/file.php/2687/IMB_Zitierleitfaden.pdf [Abgefragt am 13.04.2011]



[1] PONS GmbH (2009a).

[2] PONS GmbH (2009b).

Jugend und Neue Medien

Infotainment

 

 

Der Begriff Infotainment stammt aus dem Englischen und ist eine Verschmelzung von „information“ und „entertainment“, was schon gleich zu Beginn die Frage aufwirft, ob diese Mischung von Information und Unterhaltung ein geeignetes Medium zur Wissensvermittlung darstellt.

Begonnen hat der Boom von Infotainment Mitte der achtziger Jahre mit der Einführung des dualen Systems, sprich, es hatten ab diesem Zeitpunkt auch private Unternehmen die Möglichkeit Fernsehprogramme zu senden. Der freie Markt ist somit auch für den Rundfunk geschaffen worden, was zur Folge hat, dass die öffentlich-rechtlichen Anstalten plötzlich einem Konkurrenzkampf ausgesetzt sind. Die privaten Anbieter finanzieren ihr Programm beinahe ausschließlich über Werbeschaltungen, das dazu führt, dass sich die Programmangebote fast ausschließlich an Einschaltquoten und somit einem vermeintlichen „Mehrheitsgeschmack“ orientieren müssen.

„Und so bewegen wir uns mit hohem Tempo in eine Informationsumwelt hinein, die man mit vollem Recht als trivial pursuit, als trivialer Zeitvertreib, bezeichnen kann.“ (Postman, 2003, S. 140)

Sind diese Inforationsangebote nun nur trivialer Zeitvertreib oder kann man nicht doch etwas lernen? Um dieser Frage nachzugehen, dienten die Ergebnisse von zwei Studien von Theunert und Schorb 1995, um den Umgang von 8- bis 13-jährigen und in der Folgestudie von 12- bis 17-jährigen mit dem Informationsangebot von Infotainment zu untersuchen.

Wie aus den Studien hervorgeht, wird Infotainment von einem Teil der Heranwachsenden als authentische Information gesehen. Laut den Ergebnissen dienen diese zur Orientierung bei der Identitätsentwicklung und der Ausbildung von Welt- und Menschenbildern. Ausschlaggebend für diese Medienaneignung ist das Informationsverständnis Heranwachsender, insbesondere für Kinder aber auch für Jugendliche aus bildungsfernen Schichten ist es schwierig, ohne entsprechend kritisches Feedback von Eltern und Freundeskreis zu solchen Informationen, um den Wahrheitsgehalt solcher Angebote zu hinterfragen.

Hierzu wären Konzepte gefragt, die Medienkompetenz von Heranwachsenden aber auch Erwachsenen, diese Inszenierungsformen analytisch zu hinterfragen und somit die Wahrnehmung der Rezipienten zu sensibilisieren.

Es soll nicht gewertet werden ob gut oder schlecht, ob Information, Unterhaltung oder beides (Infotainment) denn dies ist ein sehr subjektives Terrain, sondern der kritische reflektierte Umgang mit solchen Informationen sollte essentieller Bestandteil der Medienkompetenz darstellen.

 

Postman, Neil (2003): Wir amüsieren uns zu Tode. Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie. 16. Aufl. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag.

Jugend und Neue Medien

WahlbeobachterInnen für Weblog gesucht!

Im Rahmen der Initiative "Clean Politics" werden jugendliche BloggerInnen gesucht, die in einem Weblog gegen Rassismus schreiben wollen:

In dem Aufruf heißt es:

Findest du auch, dass im Wahlkampf zur Nationalratswahl ausländerfeindliche Botschaften nichts verloren haben? Und dass rassistische Inhalte in Wahlkampagnen öffentlich kritisiert gehören? Willst du dich persönlich als überparteiliche WahlbeobachterIn engagieren und gegen Rassismus  in einem Weblog anschreiben und protestieren?
Dann klink dich schnell ein!

Melde dich bitte bis spätestens Donnerstag, 28. August bei clean politics (www.zara.or.at):
Sonja Kohlreiter, sonja.kohlreiter@wienXtra.at , Tel. o1-4000-84 303

clean politics ist eine Kampagne zur Nationalratswahl 2008 für eine Politik ohne Diskriminierung & Ausgrenzung. clean politics soll deutlich machen, dass Rassismus und Ausgrenzung im Kampf um Wählerstimmen nicht unwidersprochen bleiben dürfen.
clean politics ist eine Initiative von: ZARA - Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit, den Wiener Jugendzentren und wienXtra und vielleicht demnächst auch von dir...

Was du als WahlbeobachterIn tun kannst:

  • Wahlwerbungen, Medienauftritte, Wahlveranstaltungen aller kandidierenden Parteien auf rassistische Inhalte hin prüfen, von 1. - 28. September (Spesen übernimmt Clean politics - dir entstehen keine Kosten)
  • Was dir negativ/positiv auffällt in einem Weblog veröffentlichen
  • Beim 1. Wahlbeobachtungs-Treffen teilnehmen

Wir freuen uns uns auf deine Stimme gegen Rassismus!

Das clean politics-Projektteam
Jugend und Neue Medien

Social Networks

 

Social Networks im Internet erfreuen sich auch bei uns großer Beliebtheit und werden von immer mehr Jugendlichen genutzt. Viele Erwachsene - Eltern und LehrerInnen wissen eigentlich nicht genau, wo sich ihre Kinder im Internet "herumtreiben" und betrachten das Ganze recht skeptisch.

Vanessa Van Petten (auch via elearning - blog) versucht in ihrem Video den Eltern näher zu bringen, weshalb das virtuelle Netzwerken für Teenager eine derart große Bedeutung erhalten hat und welche unterschiedliche Auffassung von "Privatsphäre" sie bei Erwachsenen und Jugendlichen erkennt.

Zeigt Vanessa Van Petten die vielen Vorteile und auch den Spaß, den das Netzwerken mit sich bringt, auf, so muss doch auch die andere Seite genauer betrachtet werden. Thomas Pleil macht sich auf seinem Blog über die Zukunft der Social Networks Gedanken und orientiert sich dabei an Charlene Li. Social Networks wie Facebook oder Xing werden demnach in Zukunft "wie Luft sein", die "lebensnotwendig" für uns sein und uns überall umgeben werden. Thomas Pleil sieht dieser Entwicklung eher skeptisch entgegen und behält sich für das virtuelle Netzwerk vor, auch mal mit Identitäten spielen zu können, oder Pseudonyme zu verwenden und pocht vor allem auch die reflektiv- kritische Nutzung der virtuellen Netzwerke.

Einen weiteren kritischen Zugang zu den Netzwerken im Web vertritt der Medienpädagoge Gerstmann, der mit gezielten Aktionen versucht, SchülerInnen, zum Nachdenken über ihr Verhalten in Sozialen Netzwerken zu bringen. Er macht die Mädchen und Jungen darauf aufmerksam, welche Folgen die Veröffentlichung von privaten Daten im Netz haben können und wie "Privates" in Social Networks auch privat gehalten werden kann.

Die Zukunft wird meiner Meinung nach noch viele Diskussionen zu diesen Themen bringen, wir Erwachsene dürfen aber nicht davon ausgehen, das das, was wir als richtig empfinden auf große Aufmerksamkeit bei den Kindern und Jugendlichen trifft, da diese wirklich eine völlig andere Einstellung zu "Privatsphäre" haben könnten, als Erwachsene. Aber durch Beispiele mit dem alltäglichen Leben oder besonderen Negativbeispielen können Kinder und Jugendliche sicher zu einem kritischen Denken angeregt werden.

Jugend und Neue Medien

Medienwelten Jugendlicher / Partizipation

Im neuen Programm des wienXtra-instituts für freizeitpädagogik (ifp) gibt es zwei Seminare zum Thema "Jugendarbeit und Neue Medien":

Informationsabend
Flickr, MySpace, YouTube & Co. - eine Einführung

Neue Medien im Alltag von Jugendlichen
Termin: Mo, 5.5.2008
Zeit: 18:00-21:00
Kosten: 9,- euro
Ort: wienXtra-ifp, Albertgasse 35/II, 1080 Wien
Referent: Stefan Kühne, Erwachsenenbildner und Leiter der wienXtra-jugendinfo

Seminar
Partizipation und Web 2.0 - eine Einführung

Neue Medien und der Einsatz in der Jugendarbeit
Termin: Mo, 19.5.2008
Zeit: 9:00-17:00
Kosten: 21,- euro
Ort: wienXtra-ifp, Albertgasse 35/II, 1080 Wien
Referent: Mag. David Röthler, Erwachsenenbildner und Experte für Web 2.0

Jugend und Neue Medien

Verleihung 1. Österreichischer Handyfilmpreis

Im Rahmen des Europäischen Safer Internet Tages wurde am 12.2.2008 in Wien der 1. Österreichische Handyfilmpreis vergeben. Kinder und Jugendliche waren dazu aufgerufen, die technischen Möglichkeiten des Handys kreativ zu nutzen. Die hochkarätig besetzte Jury war von den Einreichungen begeistert.

Die österreichische Initiative Handywissen.at. rief den 1. Österreichischen Handyfilmpreis ins Leben. Unter dem Motto „move it“ waren Kinder und Jugendliche aufgerufen, ihrer Kreativität mithilfe des Handys freien Lauf zu lassen. Im Rahmen des Europäischen Safer Internet Tages wurden die SiegerInnen prämiert.

Unterstützt wurde der Handyfilmpreis von Jugendministerium, Europäischer Kommission, Saferinternet.at, mobilkom austria, Cube Hotels und Szene1.at.

Alle Filme zu sehen unter handyfilmpreis.at!

Jugend und Neue Medien

Empfehlungen: Computer- und Konsolenspiele

Die neue Empfehlungsbroschüre der wienXtra-spielebox zu Computer- und Konsolenspielen ist rechtzeitig vor den Semesterferien online gestellt worden!

Diese Liste wird vierteljährlich aktualisiert und beeinhaltet genaue Beschreibungen sowie die detaillierte Meinung über jedes einzelne Game.

Hier kann man die Broschüre einfach herunterladen: Empfehlenswerte Computerspiele (wienXtra-spielebox)

Jugend und Neue Medien

Studie: Pornographie und Neue Medien

Die Universität Landau (Fachbereich Psychologie) hat in Kooperation mit dem pro familia Landesverband Rheinland-Pfalz eine interessante Studie veröffentlicht:

"Pornographie und Neue Medien - Eine Studie zum Umgang Jugendlicher mit sexuellen Inhalten im Internet" (C. Altstötter-Gleich).

Während viele Themen und Untersuchungen sich mit dem Lernen im Bereich der Neuen Medien beschäftigen, stellt diese Studie einen ebenso seltenen wie wichtigen Blick auf die sexuelle Erfahrungswelt 11-18jähriger Menschen dar.

Eine der Schlussfolgerungen ist dabei, dass "sexuelle und pornographische Inhalte im Internet in großem Umfang von Kindern und Jugendlichen konsumiert werden. Sie treffen auf diese Inhalte eher selten per Zufall sondern sie suchen sie schwerpunktmässig aktiv auf und nutzen dabei neben Suchmaschinen vor allem Tipps aus ihrem Freundeskreis. Das bedeutet, dass das Wissen um diese Inhalte längst Bestandteil der Erfahrung von Kindern und Jugendlichen ist."

Die Studie zieht zum Glück keine voreiligen Schlüsse, was dies für den Bereich der Kinder- und Jugendarbeit heisst, allerdings wird deutlich, dass die Mediennutzung im Bereich der sexuellen Sozialisation von Kindern und Jugendlichen in der professionellen Jugendarbeit unbedingt zum Thema gemacht werden muss. 

Hier der Link zur Studie.