Workshop "Evaluation digitaler Lernsysteme"
Am 21. Juni fand im Rahmen der microlearning conference 2007 der Workshop "Evaluation digitaler Lernsysteme" statt.
Aktiv beteiligt waren - neben der Doppelmoderation von Klaus Reich und mir - Ulf Ehlers, Uni Duisburg Essen, Günter Wageneder, Uni Salzburg, Stefan Walder, Uni Innsbruck und Eva Häuptle, Uni Dortmund.
Günter Wageneder und Stefan Walder berichteten von Evaluationsergebnissen mit Wikis, Blogs, online-Prüfungsvorbereitungen und anderen Formen des corporate Learning unter Nutzung von social software in der universitären Lehre.
Die Ergebnisse waren u. a. insofern interessant, als Studierende Tools, die containerhaft in dem Wort eLearning 2.0 zusammengefasst werden, von sich aus wohl nicht nutzen würden. Zu groß ist bei einer Mehrheit der Neuheitswert, zu schnell die evolutionären Wandlungen und zu wenig klar/offensichtlich der Mehrwert solcher Tools. Die Nutzung ist meist mit Mehraufwand und einer Gewöhnungsphase verbunden und läßt sich nur mit mehr oder weniger "motivierenden" Begleitumständen erwirken. Bewährt haben sich dagegen Wikis, wenn z.B. selbst erstellte Inhalte als legale, digitale "Schwindelzettel" während der Klausur genutzt werden können.
Die aktuelle Generation der Studierenden gehört vermutlich noch nicht zu den "digital natives". Zudem gleicht die Fülle und Schnelle technischer Möglichkeiten mit ihren permanenten Mutieren einem evolutionärem Prozess im Zeitraffer. Die UserInnen steuern letztlich diesen Prozess 'natürlicher Selektion' und bestimmen welche Tools ihre ''bildungsökologische Nische' finden.
Eva Häuptle stellte das Projekt bzw. die begleitende Evaluation des intern. erfolgreichen Projekts "Intel Lehren - Aufbaukurs online" für LehrerInnen zur Diskussion. Dabei ging es primär um die Bestimmung von Nachhaltigkeitsfaktoren, zumal es sich bei diesem Kurs um ein Folgeprojekt handelt. Hier wurde die spannende Frage diskutiert, welches denn die Indikatoren und wer die Datenträger eventuell messbarer Nachhaltigkeit sein könnten, zumal letztlich ja SchülerInnen bzw. deren Leistungen von diesem Bildungsprogramm profitieren sollten.
Ulf Ehlers - er betreibt einen sehr interessanten Blog zu Qualität in eLearning - betonte in einem abrundenden Statement die Notwendigkeit der Qualitätsentwicklung digitaler Lernsysteme als Voraussetzung für adäquate(n) Einsatz und Nutzung digitaler Lernmedien nicht nur im Hochschulbereich. Qualität als vielschichtiges Konzept 'bedeutet den Lernenden auf allen Ebenen des Qualifizierungsprozesses mit in die Qualitätssicherung einzubeziehen' (Ehlers, 2002).
Eben hier ist erheblicher Erfindungsgeist, Flexibilität und Fachverstand erforderlich um mit tragfähigen Konzepten der empirischen Begleitforschung und der wissenschaftlichen Evaluation dem digitalen Fortschritt und seinem flüchtigen Charakter auf der Spur zu bleiben. Zusammenfassen hat der Workshop eben diese Notwendigkeit überdeutlich herausgestrichen und wird daher gemeinsam mit Ulf Ehlers im nächsten Jahr eine Fortsetzung finden.
Wolfgang Hagleitner, am 27.06.2007




Kommentare
hab nun meinen eigenen Weblog auf http://evaluation.twoday.net/.
Lg Wolfgang