Nachdem Elisabeth schon einiges zur Tagung in diesem Weblog geschrieben hat, möchte ich noch einige Gedanken hinzufügen.

Ein Schwerpunkt bei der Tagung "Social Skills durch Social Software" lag bei den ePortfolios

Der Begriff ePortfolio ist sehr weit definiert, beinhaltet jedoch eine Sammlung von Artefakten (Artefakte sind mit Geschick gefertigte Arbeiten)
In den ePortfolios wird kompetenzbasiertes Lernen gesammelt und die Kompetenzen werden präsentiert.
Dabei bedarf es 5 Prozessen:
  • Klärung der Zielsetzung
  • Sammlen Auswählen und Verknüpfen der einzelnen Arbeiten mit einem Lernziel
  • Reflektieren und steuern des Lernprozesses
  • Präsentieren und weitergeben der gesammelten Arbeitsteile
  • Bewertung und Evaluierung des Lernpozesses und des Kompetenzaufbaues

  • (diese Punkte sind den Workshopunterlagen entnommen)

Diskussionspunkte zu ePortfolios
  • Einen Einsatz in der Schule ist für mich gut vorstellbar, können doch hier die Prozesse eines Portfolios optimal im Lernprozess eingesetzt werden.
    Dabei kann in der Volksschule die Entwicklung im Lesen oder Storytelling von Helen Barrett, aber auch die Referate, tolle Aufsätze, Zeichnungen, Fremdsprachenentwicklung etc. Platz finden.
  • Spannend dazu finde ich die Gedanken vom Einsatz im Kindergarten von Elisabeth Schallhart.

  • den Blickpunkt auf den Kompetenzaufbau (z.B. in der Schule) finde ich sehr schön und auch sehr wichtig. Darin zeigt sich für mich ein anderer Zugang zum Lernen.

  • Für Studenten zeigt sich auch hier ein guter Anwendungsbereich, welcher bei späteren Bewerbungen einen guten Einblick zeigen kann. Wenn ein ePortfolio das Studium begleitet, kann eine Reflexion bezüglich der eigenen Entwicklung nachvollzogen werden. Auch ein aktuelles Bewerbungsportfolio ist schnell adaptiert.

  • Technisch bin ich noch etwas skeptisch, denn die Möglichkeiten an Werkzeugen von heute, können morgen (hier denke ich an einem Zeitrahmen von einer Studiendauer oder Oberstufe) eventuell nicht mehr vorhanden sein. Hier gibt es auch noch keine Schnittstellen unter den e-Portfolios. Außerdem bedarf es hier auch noch einiger Verbesserung der Systeme.

  • Fraglich ist für mich noch die Akzeptanz von Bewerbungsportfolios bei Unternehmen da viele Unternehmen ihre eigenen Forumlare besitzen, welche ausgefüllt werden müssen. Allerdings sehe ich hier Unterschiede je nach Branchen. Mühsam empfinde ich hier die notwendige Doppelgleisigkeit, neben einem Bewerbungsportfolio viele unterschiedliche Unternehmensformulare im Internet für eine Bewerbung auszufüllen. Auch sind die Papierbewerbungsmappen bei vielen Unternehmen noch sehr gefragt

  • Da mit einem ePortfolio sehr persönliche Informationen im Internet zur Einsicht freigegeben werden (auch bei einer möglichen Informationselektion) stellt sich für mich schon die Frage, wieviel ich öffentlich preisgeben möchte.Jedoch im KIndergarten und Schulbereich könnte ich mir einen Zugang mittels Paßwort vorstellen, bzw geschützte Bereiche nützen.

  • Und als letzter Punkt, wie bei allen Social Software Anwendungen vertieft sich auch bei ePortfolios der Digital Divide.

Nach all den positiven Anmerkungen und kritischen Fragen, werde ich mir aus Zeitmangel nicht in den nächsten Wochen, aber über dem Sommer ein ePortfolio anlegen, unterschiedliche Systeme ausprobieren und diesen Text reflektieren.