Das Pädagogikstudium heute: Anforderungen an Studierende durch die Computerisierung unserer Gesellschaft

 

Unsere anfangs gestellte Frage, ob ein Pädagogikstudium heute noch ohne PC-Kenntnisse möglich ist, können wir mit einem klaren „NEIN“ beantworten. Die Gründe für unsere Erkenntnisse hier noch einmal kurz zusammengefasst:

Die in unserer Gesellschaft Einzug haltende Computerisierung hat vor den Toren der Universität Innsbruck keinen Halt gemacht. Die gesamte Administration des Studiums (Anmeldung bis Zeugnisdruck) bis hin zum Infomanagement während der Veranstaltungen ist ohne Computer „fast“ nicht mehr möglich. Es wird zwar eine Veranstaltung „Einführung in das Studium der Erziehungswissenschaften“ angeboten, jedoch erhalten Studierende keine Informationen zu „Online-Lernmaterialien“ wie eCampus, Moodle, usw. Eine Forderung unsererseits wäre, „neuen“ Studierenden im Zuge der Einführungsveranstaltungen, die Wichtigkeit dieser Online-Plattformen vor Augen zu halten. In Punkto Studienzulassungskriterien ist uns aufgefallen, dass Computerkenntnisse offiziell nicht verlangt werden. Wir fordern daher, dass es zusätzlich zu den allgemeinen Zulassungskriterien auch zumindest einen Hinweis auf die Notwendigkeit von Computerkenntnissen für das Studium gibt. Der Blick auf die allgemeine Hochschulreife in Österreich zeigte uns, dass es zwar Bestrebungen hinsichtlich der Vereinheitlichung des Maturaniveaus gibt, diese aber noch in den Kinderschuhen stecken. Computerkenntnisse sind derzeit noch kein Thema. Wir würden es als dringend notwendig erachten, auch diese Fähigkeiten in Zukunft zu berücksichtigen und entsprechend zu fördern. Die Regierung in Österreich bekennt sich zwar klar zu Bildungsstandards, jedoch steht deren Umsetzung erst am Beginn. Medienkompetenz gibt es zwar per Erlass, dennoch findet sie keinen Platz in den Verhandlungen rund um allgemeine Bildungsstandards. Mathematik, Deutsch und Englisch „erschöpfen“ die Ressourcen der Verantwortlichen im Ministerium. Die Lehrpläne in den Oberstufengymnasien behandeln das Computerthema trotz Bildungsreform immer noch sehr stiefmütterlich. Engagement und Einsatz der Lehrpersonen an Gymnasien (auch das der Informatikprofessoren!) sind also maßgeblich für den Studienerfolg verantwortlich. Wir erachten es als notwendig, Lehrpläne ergänzend zu Bildungsstandards zu überdenken und die Prioritätensetzung unter diesen Aspekten zu gewichten.

Andreas Dich, Christian Drexel