... interessant, worüber Wissenschafter so nachdenken. Vor einigen Tagen hat uns Peter Krieg bei einem Gastvortrag seine Ideen zum "Radikalen Relationismus" dargestellt - und das so einleuchtend, dass ich als Nicht-Informatikerin das Wesentliche verstanden habe

Peter Krieg geht der Geschichte der Denkmaschine aus einer ungewöhnlichen Perspektive nach: Er untersucht die Auswirkungen des westlichen Denkens jenseits seiner einseitigen Betonung der Logik als einzig richtige und ausreichende Denkrichtung. Wir verwenden zwar "immer schnellere, aber völlig mechanische Rechenknechte" (die paranoide Maschine), und somit werden die Daten, die sich in unseren Computern anhäufen, auf Dauer zu einem Problem und sind nur durch riesige Speicherkapazitäten zu bewältig. In seinem alternativen Ansatz schlägt er vor, den Datenballast durch Codes zu ersetzen.
Dies würde aber eine allgemeine Umstellung des Systems bedeuten.
Anstatt Daten "statisch" abzuspeichern, wäre es sinnvoll, diese "dynamisch" zu gestalten in Form von Relationen, welche sich wiederum untereinander verknüpfen und assoziative Verbindungen ermöglichen könnten (Grundlage dafür ist die Vorstellung der Assimilation nach Piaget)
Das Ziel wäre also eine völlige Umstellung in der Struktur von IT-Entwicklungen und könnte bisherige Vorstellungen von "Denkenden Maschinen" weit übertreffen.

Durch diese Annäherung an unser menschliches Denken scheint Stefan Aufenangers These in nicht allzu ferner Zukunft Realität zu werden:
..., dass die zukünftige Medienentwicklung nicht mehr Medien produziert, die uns äußerlich sind, sondern diese Medien werden verlangen, sich mit uns zu verschmelzen.
(Aufenanger 2000, Medienpädagogik im 21. Jhd., S. 34, In: Hubert Kleber: Spannungsfeld Medien und Erziehung, München: Kopaed, S. 33-44)

Informationen zum Radikalen Relationismus nachzulesen unter:
www.pilesys.com
www.pileworks.org - Open Source