Medienpädagogik - Allgemein

Überlegungen im Anschluss an das Medienpädagogische Manifest

Zur Formulierung eines Manifestes ist ein Minimalkonsens nötig, was angesichts der uneinheitlichen Begriffslage Schwierigkeiten bereiten kann. Worin liegen die Unterschiede und Parallelen, die Vor- und Nachteile zwischen verschiedenen Zielbegriffen der Medienpädagogik. Welche werden aktuell verwendet, worin bestehen Ähnlichkeiten bzw. Unterschiede und – in letzter Konsequenz – welche/r davon eignen sich warum (nicht) für ein Papier mit (internationaler) politischer Handlungsdirektive?
Medienpädagogik - Allgemein

Rezeptionsästhetische Aspekte der Fernsehkommunikation

Bei der Rezeptionsästhetik spielt die Text-Zuschauer-Interaktion eine entscheidende Rolle. Denn erst in der Interaktion mit den ZuseherInnen kommt der Text zu sich selbst. Er/sie interpretiert den Text anhand von Erfahrungen aus seinem/ihrem Leben. Aber nicht nur die Interpretation spielt eine Rolle sondern auch alle anderen Aktivitäten die in der Rezeption wichtig sind. Es herrscht immer ein Wechselspiel zwischen ZuschauerIn und Text, d.h. der/die ZuschauerIn führt eine Art Dialog mit dem Text so wie es in einem Gespräch der Fall ist. Nur ist hier das Gegenüber ein Text, ein Bild oder eben ein Film welche zum Rezipienten „sprechen“. Durch diese Interaktion zwischen Text und ZuschauerIn kommt es zu einem gemeinsamen Dritten, nämlich dem rezipierten Text. Der rezipierte Text unterscheidet sich vom ursprünglichen Text, weil er durch den/die ZuschauerIn verändert wurde durch deren eigene Interpretation. Zusammenfassend kann man für die Fernsehrezeption sagen, dass sich aus der Kommunikation zwischen ZuseherIn und Film eine individuelle Auffassung des Films entwickelt hat. Diese wird dann in den Alltag getragen und dort einerseits zu einem Teil des lebensweltlichen Wissens und andererseits als Rezeptionserlebnis und –erfahrung des Rezipienten. Dabei kann es dazu kommen, dass sich beispielsweise Meinungen, Ansichten und Vorstellungen des Rezipienten verändern bzw. wieder neu begründet werden. (vgl. Mikos 2001, 71-73)

Im Grunde genommen ist das Text-Zuschauer-Verhältnis nichts anderes als die unterschiedlichen Interaktionssituationen auf die wir alltäglich treffen. Solche Situationen werden symbolisch vermittelt, durch Zeichen, die von uns rezipiert und dann interpretiert werden um einen Sinn dahinter zu finden. Dabei kommt es wie beim Lesen eines Textes oder beim schauen eines Films auf das Wissen des Rezipienten an. Weiters gibt es bestimmte kommunikative und interaktive Regeln auf die die Handelnden vertrauen können. Dieses Vertrauen ist natürlich größer wenn der Handelnde die Situation und die Möglichkeiten der Bewältigung bereits kennt. Durch unterschiedliche Erfahrungen die man in seinem/ihrem Leben, sprich im Alltag macht findet man immer wieder Wege bestimmte Situationen zu bewältigen. Dieses Wissen, welches im Alltag vermittelt wird ist lebensweltlich und kulturell vermittelt. Jeder/jede ZuschauerIn aktiviert beim Schauen eines Films dieses Wissen. „Die Film- und Fernsehtexte, als Texte in einem generalisierten Medium, sind diesen Wissenstexten des Zuschauers verhaftet, aus ihnen können sie nicht heraustreten“ (Mikos 2001, 74). Außerdem ist die Kommunikation zwischen ZuschauerIn und Text sowohl über das Wissen des/der Zuschauers/in als auch über die Situation in der die Rezeption stattfindet in den lebensweltlichen Kontext eingebunden. Somit ist „[i]m rezipierten Text lebensweltliches Wissen im Rahmen eines kulturellen Kontextes realisiert“ (ebd. 75). Das bedeutet, dass der rezipierte Text zum lebensweltlichen Kontext gehört.

Wenn nun der rezipierte Text zum lebensweltlichen Kontext gehört spricht man nicht nur mehr von Rezeption sondern auch von Fernsehaneignung. Der/die ZuseherIn übernimmt also den rezipierten Fernsehtext in den Alltag. Anders ausgedrückt, ist dies „die Folgekommunikation, die die Rezeption unweigerlich nach sich zieht“ (Mikos 2001, 142). Sendungen im Fernsehen können somit also der „Wissensvermittlung, der Identitätsarbeit, dem gemeinsamen Spaß in geselligen Runden, als Argumentationshilfe, als Autorisierung etc. dienen“ (ebd.). Die Aneignung der Fernseherzählungen muss nicht immer erst nachdem eine Sendung gesehen wurde passieren, sie kann auch schon während der Rezeption vor dem Bildschirm geschehen. Angenommen es sitzen mehrere Personen vor dem Fernseher und sie tauschen sich über das, was sie im Fernsehen anschauen aus.

 

Medienpädagogik - Allgemein

Study skills - Medienkompetenz im Studium heute

Das Pädagogikstudium heute: Anforderungen an Studierende durch die Computerisierung unserer Gesellschaft

 

Unsere anfangs gestellte Frage, ob ein Pädagogikstudium heute noch ohne PC-Kenntnisse möglich ist, können wir mit einem klaren „NEIN“ beantworten. Die Gründe für unsere Erkenntnisse hier noch einmal kurz zusammengefasst:

Die in unserer Gesellschaft Einzug haltende Computerisierung hat vor den Toren der Universität Innsbruck keinen Halt gemacht. Die gesamte Administration des Studiums (Anmeldung bis Zeugnisdruck) bis hin zum Infomanagement während der Veranstaltungen ist ohne Computer „fast“ nicht mehr möglich. Es wird zwar eine Veranstaltung „Einführung in das Studium der Erziehungswissenschaften“ angeboten, jedoch erhalten Studierende keine Informationen zu „Online-Lernmaterialien“ wie eCampus, Moodle, usw. Eine Forderung unsererseits wäre, „neuen“ Studierenden im Zuge der Einführungsveranstaltungen, die Wichtigkeit dieser Online-Plattformen vor Augen zu halten. In Punkto Studienzulassungskriterien ist uns aufgefallen, dass Computerkenntnisse offiziell nicht verlangt werden. Wir fordern daher, dass es zusätzlich zu den allgemeinen Zulassungskriterien auch zumindest einen Hinweis auf die Notwendigkeit von Computerkenntnissen für das Studium gibt. Der Blick auf die allgemeine Hochschulreife in Österreich zeigte uns, dass es zwar Bestrebungen hinsichtlich der Vereinheitlichung des Maturaniveaus gibt, diese aber noch in den Kinderschuhen stecken. Computerkenntnisse sind derzeit noch kein Thema. Wir würden es als dringend notwendig erachten, auch diese Fähigkeiten in Zukunft zu berücksichtigen und entsprechend zu fördern. Die Regierung in Österreich bekennt sich zwar klar zu Bildungsstandards, jedoch steht deren Umsetzung erst am Beginn. Medienkompetenz gibt es zwar per Erlass, dennoch findet sie keinen Platz in den Verhandlungen rund um allgemeine Bildungsstandards. Mathematik, Deutsch und Englisch „erschöpfen“ die Ressourcen der Verantwortlichen im Ministerium. Die Lehrpläne in den Oberstufengymnasien behandeln das Computerthema trotz Bildungsreform immer noch sehr stiefmütterlich. Engagement und Einsatz der Lehrpersonen an Gymnasien (auch das der Informatikprofessoren!) sind also maßgeblich für den Studienerfolg verantwortlich. Wir erachten es als notwendig, Lehrpläne ergänzend zu Bildungsstandards zu überdenken und die Prioritätensetzung unter diesen Aspekten zu gewichten.

Andreas Dich, Christian Drexel

Medienpädagogik - Allgemein

Rezeptionsästhetik am Beispiel Fernsehen

Im Vordergrund rezeptionsästhetischer Theorien steht die Frage, wie
Texte von LeserInnen aufgenommen werden bzw. wie Sinn erzeugt wird.
RezipientInnen fällt hierbei eine aktive Rolle zu, da sie sich einen
Sinn konstruieren. Da Texte aufgrund dieser Annahme offen sind und ihre
Bedeutung nicht primär vom Autor festgelegt wird, befasst sich
Rezeptionsästhetik des Weiteren mit den im Text angelegten Lesermodellen
bzw. mit den empirischen LeserInnen, wobei kulturellen und teils auch
historischen Kontexten eine bedeutende Rolle zufällt. Ausgegangen wird
außerdem von einer Vieldeutigkeit (Polyvalenz) der Texte sowie von
möglichem Missverstehen.

Wichtig im Bezug auf das Fernsehen ist, dass Texte und Bilder anhand
individueller Erfahrungen interpretiert werden. Es herrscht immer ein
Wechselspiel zwischen ZuschauerIn und Text, d.h. der/die ZuschauerIn
führt eine Art Dialog mit dem Text, wodurch dieser verändert wird.
Wichtige Aspekte des Fernsehens sind, dass Fernsehen eine aktive
Tätigkeit darstellt, dass Symbolik in den Alltag übertragen wird und
dass das Fernsehen als Sozialisationsinstanz fungiert.

Das Konsumieren von Daily Soaps stellt beispielsweise insofern eine
aktive Tätigkeit dar, da diese nicht selten zu Gesprächsthemen im Alltag
werden und sich die - größtenteils weiblichen - ZuschauerInnen aktiv
mit den dargestellten Figuren, Trends, Themen und Situationen
auseinandersetzen und sich in einigen wieder finden ("Suche nach sich
selbst"). Daily Soaps sind auch dementsprechend konzipiert -
beispielsweise durch Darstellung verschiedener Charaktere und deren
Gedanken-, Gefühls- und Lebenswelt, Haupt- und Nebenhandlungen,
idealtypischer Hauptfiguren (schlank, berufstätig, stark,
unwahrscheinlich schön, etc.).

Da Fernsehen eine wichtige Sozialisationsinstanz darstellt, wurde häufig
die Frage gestellt, ob manche Sendungen nicht zu einer höheren
Gewaltbereitschaft anregen oder aber "verblöden". Zu Ersterem sei
gesagt, dass Kinder nicht nurdurch brutale Sendungen und Spiele zu
höhere Gewaltbereitschaft neigen, sondern dass auch andere Bedingungen
bedeutend sind. Zu Zweiterem sei gesagt,dass Kinder durch das
Fernsehen sehr wohl etwas lernen können. Ein wichtiger Faktor in
diesem Zusammenhang sind allerdings die Eltern und andere wichtige
Bezugspersonen. Diese sollten wissen, was in Sendungen passiert und/oder
gemeinsam mit ihrem Kind fernsehen, um auf eventuelle Fragen eingehen zu
können und ihnen zu lehren, dass Fernsehen eine soziale Situation
darstellt, in der man über das Geschehene kommunizieren kann.
Medienpädagogik - Allgemein

Mediensozialisation - Bsp. Mediengeneration

Mediensozialisation – Bsp. Mediengeneration

 

Bei meinem Thema habe ich unterschiedliche Begriffe vom Bereich Mediengeneration bearbeitet. Diese sind:

- Mediengeneration: darunter versteht man eine Generation, die ein sehr lockeres und ungezwungenes Verhältnis zu Medien hat. Für diese Generation gehören Medien zum Alltag und werden auch in der Freizeit verwendet. (Gogolin und Lenzen, 1999)

- global media generation: Dieser Begriff entstand im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts. Dieses Projekt hatte zum Inhalt, die Medienerinnerungen von drei Generationen in unterschiedlichen Ländern weltweit zu erheben und zu vergleichen. (Volkmer, 2005)

- „digital natives“: Also digital natives werden alle Menschen bezeichnet, die quasi mit den heutigen Medien aufgewachsen sind und direkt in die Medienwelt „hineingeboren“ wurden, also jene, die nach 1980 auf die Welt kamen. Diese Generation ist digital vernetzt und mit den digitalen Medien und deren Möglichkeiten bestens vertraut. (Palfrey/Gasser, 2008)

 - und „digital immigrants“: Digital immigrants sind das Gegenteil von bzw. die Generation vor den digital natives. Die digital immigrants sind also jene Menschen, in deren Leben das Internet und andere aktuelle Medien erst entstanden. Diese Generation musste im Vergleich zu den digital natives erst lernen, wir man mit dieser neuen Technik umgeht. (Günther, 2007)

 

Ob und in welcher Form es diese Gruppen in der Realität gibt, ist von der jeweiligen Position abhängig. Es gibt starke Befürwortet, wie z.B. Marc Prensky, Claudia de Witt und Johann Günther. Für diese Autoren ist es ganz klar, dass es eine Net Generation gibt. Es gibt sehr viele Artikel und Bücher dazu, in denen diese Autoren Stellung nehmen und ihre Konzepte der Mediengeneration erläutern und vertiefen. Dazu gibt es allerdings auch Gegenpositionen, wie die von Rolf Schulmeister. Er findet es eher einschränkend, wenn man die verschiedenen Individuen der Gesellschaft auf eine, also auf die Net Generation reduziert. Somit wird dem Einzelnen seine Vielfältigkeit und Besonderheit in gewisser Weise abgesprochen.

Medienpädagogik - Allgemein

Medienpädagogik sinnlos!?

Über einen etwas launischen Artikel auf Stigma Videospiele ("Schock: Videospiele sind kommerziell!?") bin ich auf das selbsternannte Institut für Medienverantwortung gestoßen. Dort findet sich in einem Artikel mit dem Titel "Computer & Co halten ihre Bildungsversprechen nicht" ein Zitat, welches sich schnell zu meinem Lieblingszitat entwickeln dürfte:

"Als langjährig tätige Medienpädagogin kann ich bestätigen: Medienpädagogik mit Kindern führt nicht zu einer kritischeren Mediennutzung [...]."

Tja, was soll man da noch hinzufügen ...

Medienpädagogik - Allgemein

Risikofaktoren für schwere Gewalttaten an deutschen Schulen

An der TU Darmstadt wurde eine Studie zu Amok und schweren Gewalttaten an deutschen Schulen veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen nicht überraschend einmal mehr, dass Pädagoginnen und Pädagogen eine hohe Medienkompetenz besitzen müssen, um eventuelle Risikofaktoren auch erkennen zu können.
Medienpädagogik - Allgemein

Meki - Elementare Medienbildung im Kindergarten

 

 

Meki nennt sich der Lehrgang für KindergartenpädagogInnen, der 2008/09 insgesamt zehn Module umfasst und ein Grundwissen an medienpädagogischen Kenntnissen und Fertigkeiten vermittelt. Die TeilnehmerInnen erhalten theoretische Grundlagen zur Medienkompetenzförderung im Kindergartenalltag und erproben anhand von praktischen Erfahrungen verschiedenste Einsatzmöglichkeiten für ihre Institution.

Im Zuge des Lehrganges wird von jeder/m TeilnehmerIn ein Medienprojekt geplant, in der Praxis durchgeführt und schriftlich dokumentiert. Durch das praktische Tun können so viele wertvolle Erfahrungen für die medienpädagogische Arbeit gesammelt werden.

MeKi kann nun auch online mitverfolgt werden unter medienimkindergarten.

 

 

 

 

 

Medienpädagogik - Allgemein

Berufsbild Pädagogin

Im Newsletter von http://erwachsenenbildung.at finden sich Ergebnisse einer Umfrage unter PädagogikstudentInnen der Uni Graz zum Berufseinstieg von PädagogInnen.

Generell wünschen sich Studierende bzw. AbsolventInnen beim Übergang ins Berufsleben mehr Unterstützung seitens der Universität sowohl bei der Praktikumssuche, der Aufbereitung von Berufsfeldern oder der Stellensuche selbst.

Gerade in diesem sehr weiblich besetzten Studiengang bemängeln die Studierenden die  IT-Förderungen und Kompetenzen. Zusätzlich zeigt die Studie, dass jede Zwölfte selbständig tätig ist. 

Also ich denke dabei sofort an ein Online Netzwerk für die Studierenden und Absolventinnen. Elisabeht Schallhart und ich haben auf das Potential von Online Netzwerken für Studierende bereits in unserem Beitrag Selbstorganisation und Medienkompetenz am Beispiel von medienpaedagogik.at/blog  hingewiesen. 

Medienpädagogik - Allgemein

Medienbildung in Österreich

Neuerscheinung “Medienbildung in Österreich”

Historische und aktuelle Entwicklungen, theoretische Positionen und Medienpraxis
Medienpädagogik Edith Blaschitz, Martin Seibt (Hg.)ISBN 978-3-8258-1498-4

Der Herausgeber schreibt dazu in seinem Blog:

Das Erscheinen jedes neuen Mediums bringt das Bestreben, dieses zu Bildungszwecken heranzuziehen mit sich. Film, Fernsehen, Radio oder Computerspiel sollten und sollen nicht nur der Unterhaltung dienen, sondern einen Beitrag zu Erziehung und Bildung leisten.

Der vorliegende Band versammelt Beiträge, sowohl aus medientheoretischer und medienpraktischer Sicht, zu Geschichte und Status quo der Medienbildung in Österreich und ihrer Eingebundenheit in wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen.