Wiederum hat ein Amoklauf eine Diskussion um Gewaltspiele ausgelöst. Die GMK hat dazu Stellung genommen und bringt es auf den Punkt: selbstverständlich spielt das soziale Umfeld eine prägende Rolle in diesem Fall. So wie nicht alle Mädchen magersüchtig werden, nur weil es ein Fashion TV gibt, werden auch nicht alle Jugendliche gewalttätig, weil sie Counterstrike und Dome3 spielen (siehe dazu auch Kommentare von Jugendlichen zum Thema, die diese Spiele spielen).

Viel effizienter als Killerspiele zu verbieten ist es, wie die GMK es formuliert, ein Abdriften in die Illegalität zu verhindern und die öffentlichen Kanäle besser zu nutzen.
Verbot von Killerspielen: Das bedeutet ein Abdriften von Spielen in die Illegalität sowie eine mögliche Kriminalisierung von Mitarbeiter/innen in der Jugendhilfe, die über Spiele wie Counterstrike den Kontakt zu Jugendlichen suchen. Denn dies ist eine wichtige Methode, um Jugendliche, die sich durch ihr Spielen isolieren, wieder zu erreichen.

Denn:
„Der Täter hat nicht im Verborgenen gehandelt, sondern hat schon zuvor im Internet seine Soziale Isolation und Misshandlungen durch Schüler und schulische Probleme unter dem Namen «ResistantX» in einem Forum der Seite «Das-Beratungsnetz.de» mittgeteilt.“

(netzzeitung)

Jedoch scheinen seine Hilferufe nicht gehört worden zu sein – oder wollen sie nicht gehört werden? Die aktuelle Forderung nach einem Verbot von Killerspielen deutet auf eine Ignoranz hin bzw. auf eine Alibihandlung, die im Status des Reagieren verhaften bleibt, anstatt zu agieren und das Problem von Grund auf in vielfältigen Perspektiven (soziale, schulische, politische) zu durchleuchten. Suchtartiges Spielen, überhöhter Medienkonsum und damit verbundene Wesensveränderungen lassen sich nicht auf einfache Ursache - Wirkungsprozesse reduzieren, sondern spiegeln lediglich defizitäre Elemente unserer Gesellschaft wider.
Weiterführende Diskussionen findet man auf:
bergerc
happy slapping
Deutscher eSport Bund
die.welt