Medienpolitik

Die Jugend und das Scheiß-Internet

In den letzten Tagen ist eine interessante Diskussion rund um eine Aussage des ORF Programmchefs Wolfgang Lorenz hochgekocht, in der er die Jugend pauschal beschuldigte sich ins Internet zu verkrümeln und sich nicht mehr für ernsthafte gesellschaftspolitische Fragen zu interessieren wie sie etwa im ORF thematisiert werden. Das Internet hätte seiner Ansicht nach keine gesellschaftliche Relevanz wie etwa das Fernsehen und es wäre ihm daher auch egal was dort passiert.

Wenn man öfters mit Medienmachern zu tun hat ist diese Einstellung leider sehr oft zu finden. Die Ahnungslosigkeit der "alten" Medien im Umgang mit "neuen" Medien ist mehr als bemerkenswert. Man erinnere sich nur an die bis zum heutigen Tag erfolglosen Versuche der Musikindustrie mit dem freien Informationsfluss in technologischen Netzwerken in geeigneter Weise umzugehen. Jeder Unterstufenschüler und jede Unterstufenschülerin scheint die Mechanismen partizipativer Medien heute besser zu verstehen als die hochbezahlten Medienmanager und -managerinnen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, wenn es innerhalb weiter Bereiche der Jugend auch massive Einbrüche in der Nutzung des Fernsehens gibt. Das Ende einer Ära scheint eingeläutet.

Die natzaffine Jugendkultur nimmt die Aussagen von Wolfgang Lorenz wohl etwas verärgert aber dennoch gelassen und reagiert passend mit einer Twitter Bomb: scheissinternet.at

Gamebased Learning

Die spielende Schule

Am 28.11. veranstalten wir an der Donau-Universität Krems unter dem Titel "Die spielende Schule" einen Themenabend zum pädagogisch richtigen Einsatz von digitalen Spielen im Unterricht. Beginn ist 17:00, der Eintritt ist frei, es wird jedoch um Anmeldung gebeten. Im Rahmen der Veranstaltung werden wir auch die Ergebnisse des vom bm:ukk geförderten Projekts "Didaktische Szenarien des Digital Game Based Learning" vorstellen.

Nähere Informationen zur Veranstaltung sowie ein Formular zur Online-Anmeldung gibt es auf den Webseiten der Donau-Universität Krems.

Lernen mit Neuen Medien

Vier Leitsätze für die Schule des 21. Jahrhunderts

Ich habe auf bildungstechnologie.net einen etwas längeren Beitrag gepostet, der auch hier von Interessen sein sollte. Im Wesentlichen geht es um die Darstellung einiger Kosequenzen aus der Auseinandersetzung mit der medialen Partizipationskultur und dessen Konsequenzen für Schule und Unterricht.

Weiterlesen auf bildungstechnologie.net 

Gamebased Learning

Massively Educational Games

Beim letzte Woche im Berliner Technikmuseum statt gefundenen Social Learning Summit 2008 zeigte Mark Prensky ein kleines Video über die Implementierung eines Massively Educational Games im Algebraunterricht des New York City School Districts. Diese sehr amerikanische Form von Student Engagement wirkt für den europäischen Kulturgeschmack vielleicht etwas überhöht, das Video ist aber dennoch mehr als bemerkenswert. Wenn man bedenkt, dass dieses Spiel aus medienspieldidaktischer Sicht nicht wirklich optimal umgesetzt ist (die Lernziele haben kaum einen Zusammenhang mit den Spielzielen) wird erst bewusst welche Möglichkeiten in diesem Ansatz noch schlummern. Mehr zum Spiel gibt es auf den Webseiten von DimensionM.
Medienpädagogik - Allgemein

Die 11 Kernkompetenzen der Medienpartizipation

MSP PosterEine der für mich wichtigsten Publikationen der letzten Jahre ist das von Henry Jenkins verfasste White Paper "Confronting the Challenges of Participatory Culture: Media Education for the 21st Century" (verfügbar unter www.newmedialiteracies.org). In dieser Arbeit beschreibt Jenkins unter anderem 11 Kernkompetenzen im Umgang mit partizipativen Medien. Dieser Ansatz hat alle meine Lehrgangsentwicklungen der letzten Zeit stark beeinflusst.

Es hat mich in der Vergangenheit jedoch immer wieder ein bisschen frustriert, dass durch die allzu heftige Verwendung von "Buzz Words" die eigentliche Intention dieser Auflistung von Kernkompetenzen etwas verloren zu gehen scheint oder zumindest nicht vollständig sichtbar wird. Aus diesem Grund stand für mich schon seit längerem eine deutschsprachige Adaption und Visualisierung auf dem Plan.

Dieses Wochenende war es nun soweit und wie bei derartigen Dingen nicht anders zu erwarten entwickelte sich das Ganze zu einem "weekend project gone bad". Das dabei entstandene Poster habe ich der Webseite meines Fachbereichs online gestellt - zum Downloaden, Ausdrucken, Aufhängen und/oder Weitergeben.

Gamebased Learning

Lost Sport of Olympia in Wien

Jane McGonigal, eine der weltweit innovativsten Game Designerinnen dieser Tage veranstaltet am 5. Juli in Wien das Alternate Reality Game "Lost Sport of Olympia". Alternate Reality Games (ARGs), das sind soziale Spiele die innerhalb realer Räume gespielt werden, haben in letzter Zeit im wissenschaftlichen Umfeld extrem stark an Interesse gewonnen. Das hat insbesondere auch damit zu tun, dass über die Einbindung digitaler Technologien vollkommen neue Spielformen entstehen, die zum Beispiel ein großes Anwendungspotential im pädagogischen Umfeld besitzen. Wer unter Anleitung einer der Besten ein derartiges ARG ausprobieren will, sollte sich diese Möglichkeit in Wien nicht entgehen lassen. Nähere Informationen zum Event gibt es auf gamestudies.at.
Gamebased Learning

MedienSpielPädagogik

MedienSpielPädagogik Bootcamp Ich habe vor einiger Zeit über ein Projekt berichtet, im Rahmen dessen wir im Auftrag des bm:ukk den Einsatz von kommerziellen Computerspielen im Unterricht testen und einige Best Practice Beispiele dokumentieren wollen. Dieses Projekt kommt nun in die Endphase und erste Ergebnisse beginnen sich abzuzeichnen. Das Bild oben zeigt einige ProjektteilnehmerInnen beim letzten Präsenzmodul über Game Design unter der Leitung von Dr. Doris Rusch (stehend in der Mitte).

Wir wussten bereits im Vorfeld, dass ähnliche Projekte im angloamerikanischen Raum überaus positive Ergebnisse zeigten und waren dementsprechend optimistisch. Ich muss aber ganz ehrlich sagen, dass alle an der Planung Beteiligten von den aussergewöhnlichen Erfolgen einiger KollegInnen mehr als überrascht wurden. Am besten beschreibt dies der Artikel "So lernen is voi lässig" einer Salzburger Regionalzeitung über den Computerspieleinsatz im Unterricht von Peter Wittner und Heidi Eder-Kaserer. Insbesondere die von den SchülerInnen dort angelegten Weblogs erweisen sich derzeit als wahre Fundgrube für die an der Evaluation des Projektes beteiligten Studierenden der Wiener Medienpädagogik.

MedienSpielPädagogik GruppeDie im Rahmen dieses Projektes gemachten Erfahrungen waren nun Ausgangspunkt für die Entwicklung eines neuen Masterlehrgangs in MedienSpielPädagogik an der Donau-Universität Krems. Dabei haben wir nach Vorbild der Überlegungen des New Media Literacy Projekts am Massachusetts Institute of Technology den Begriff der Spielkompetenz um die Elemente des klassischen Spiels sowie des Schauspiels erweitert. Auf diese Weise entsteht ein vollkommen neuer, auf die Förderung sozialer Kompetenzen ausgelegter, Zugang zu einem zeitgemäßen "unterhaltsamen Unterricht" wobei digitale und nicht-digitale Medien in gleicher Weise zum Einsatz kommen. Dies hat insbesondere auch den Vorteil, dass LehrerInnen, die digitalen Spielen etwas skeptisch gegenüber stehen, von den im Rahmen des Lehrgangs angesprochenen Methoden ebenfalls profitieren können. Ich habe heute erste Informationen über diesen Lehrgang online gestellt. Der viersemestrige Masterlehrgang richtet sich an LehrerInnen aller Schultypen und startet am 9. Dezember 2008 das erste Mal. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Medientheorie

Von Streitschriften und Rezensionen

Ich habe an anderer Stelle zwei Kommentare veröffentlicht, die auch hier von Interesse sein könnten. Zum einen geht es um die Streitschrift "Gibt es eine Net Generation?" von Rolf Schulmeister, zum anderen um den Vorwurf des Plagiarismus an den Kölner Medienwissenschaftler Wilfred Kaminski.

Bei der Gelegenheit möchte ich gleich auch auf ein Video hinweisen, dass ein einige Eindrücke von einem Studienaufenthalt unserer Studierenden des Masterlehrgangs in Game Studies am MIT gibt.

Tagungen / Vorträge

F.R.O.G. @ Game City

Vom 17.-19. Oktober findet in Wien im Rahmen der Game City 2008 eine Konferenz zum Thema "Future and Reality of Gaming (F.R.O.G.)" statt. Dabei handelt es sich um die Fortsetzung der im vergangenen Jahr gestarteten Fachtagungsreihe zum Thema (Computer-)Spiel.

Wir haben dieses Jahr mit Mary Flanagan, Johannes Fromme, Gonzalo Frasca, Jim Gee, Elizabeth Hayes und Tanya Krzywinska sechs international wirklich hochkarätige Keynote Speaker verpflichten können. Dabei stammen Fromme, Gee und Hayes aus dem Umfeld der Medienpädagogik. Die Konferenz verspricht also inhaltlich allerhöchstes Niveau und durch ihre Einbindung in die Game City 2008 gleichzeitig einen nicht zu unterschätzenden Unterhaltungswert.

Wer noch einen inhaltlichen Beitrag liefern will, kann dies bis zum 28. März durch Abgabe eines Abstracts tun. Nähere Informationen dazu gibt es auf der offiziellen F.R.O.G. Webseite www.bupp.at/frog. Die Registrierung für die Konferenzteilnahme werden wir im April starten.

Medienpolitik

Papst rät zum Medien-Fasten

Meine erste Reaktion war die der verstörten Verwunderung. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr beginne ich jedoch Gefallen an der Idee zu finden: Aufruf zum Medien-Fasten.