Jugend und Neue Medien

Studie: Pornographie und Neue Medien

Die Universität Landau (Fachbereich Psychologie) hat in Kooperation mit dem pro familia Landesverband Rheinland-Pfalz eine interessante Studie veröffentlicht:

"Pornographie und Neue Medien - Eine Studie zum Umgang Jugendlicher mit sexuellen Inhalten im Internet" (C. Altstötter-Gleich).

Während viele Themen und Untersuchungen sich mit dem Lernen im Bereich der Neuen Medien beschäftigen, stellt diese Studie einen ebenso seltenen wie wichtigen Blick auf die sexuelle Erfahrungswelt 11-18jähriger Menschen dar.

Eine der Schlussfolgerungen ist dabei, dass "sexuelle und pornographische Inhalte im Internet in großem Umfang von Kindern und Jugendlichen konsumiert werden. Sie treffen auf diese Inhalte eher selten per Zufall sondern sie suchen sie schwerpunktmässig aktiv auf und nutzen dabei neben Suchmaschinen vor allem Tipps aus ihrem Freundeskreis. Das bedeutet, dass das Wissen um diese Inhalte längst Bestandteil der Erfahrung von Kindern und Jugendlichen ist."

Die Studie zieht zum Glück keine voreiligen Schlüsse, was dies für den Bereich der Kinder- und Jugendarbeit heisst, allerdings wird deutlich, dass die Mediennutzung im Bereich der sexuellen Sozialisation von Kindern und Jugendlichen in der professionellen Jugendarbeit unbedingt zum Thema gemacht werden muss. 

Hier der Link zur Studie.

Tagungen / Vorträge

Frühe Bildung - Große Chance

Am 25. Oktober fand in Salzburg der Kongress Frühe Bildung - Große Chance - Mythos oder Realität? statt.

Einig waren sich PolitikerInnen, ExpertInnen und TagungsteilnehmerInnen darin, dass es sich hier nicht um einen Mythos handelt, sondern um erstrebenswerte Ziele und Aufgaben der Frühpädagogik. Wie diese Bildung in verschiedenster Weise vermittelt und erreicht werden kann, wurde von unterschiedlichsten Seiten verdeutlicht.

Willi Stadelmann, Leiter der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz gab einen Einblick in die Zusammenhänge von früher Förderung mit neuropsychologischen Erkenntnissen. Er betonte in seinem Beitrag die Individualität jedes einzelnen und dass diese Einzigartigkeit eine individuelle Förderung unbedingt notwendig mache. Er betonte, dass vor allem durch aktives Handeln und Stimulation Kinder schon in frühem Alter gefördert werden könnten, und dass vor allem die Erfahrungen der ersten Jahre prägend wären für die weitere Hirn- und Lernentwicklung. Seinen interessanten Beitrag beendete Dr. Stadelmann mit einer Exkursion zu den elektronischen Medien in Bezug auf Lernen und Bildung und die Passivität der Nutzung. Seine Stellungnahmen formulierte der Vortragende für mich zwar verständlich und nachvollziehbar, jedoch meiner Meinung nach äußerst einseitig. Jene medienkritischen KindergartenpädagogInnen, die diesen Vortrag besucht haben, wurden mit Sicherheit in ihrer Ablehnung gegen medienpädagogische Kindergartenarbeit bestärkt - Schade!

Derzeit ist der Beitrag von Dr. Stadelmann noch nicht online verfügbar - ich konnte jedoch hier einen ähnlichen Vortrag finden.

Ein Höhepunkt des Kongresses war sicher das Impulsreferat von Wassilios Emmanuel Fthenakis, der über die Ergebnisse der OECE Studie "Starting Strong II" berichtete. Anschaulich stellte er die Notwendigkeiten eines einheitlichen Bildungsplanes der Frühpädagogik für Österreich vor, welcher auch entsprechende Veränderungen in der pädagogischen Arbeit und den pädagogischen Ansätzen mit sich bringen sollte. Die Studie weist Mängel in der Zusammenarbeit von Kindergarten – Eltern- Schule auf und pocht auf einen "übergreifenden" Bildungsplan, der von Klein auf bis in die Schulzeit Wirksamkeit haben sollte. Herr Fthenakis ging ebenfalls auf die in Österreich herrschenden Rahmenbedingungen der Kindergartenarbeit ein und zeigte auf, dass im Bereich der Frühpädagogik der Vorschulbereich "chronisch unterfinanziert" sei.

Dass die TeilnehmerInnen die derzeitige Situation in vielen Bereichen der Frühpädagogik als untragbar empfinden, zeigte sich am häufigen Spontanapplaus von ZuhörerInnenseite.

Informationen zum OECD Starting Strong II- Länderbericht für Österreich.


 

Lebenslanges Lernen

Children See - Children Do

 

... einfach zum Nachdenken...auf YouTube

Gamebased Learning

10 Jahre Cyberland-Jugendchatcommunity

10 Jahre Cyberland-Jugendchatcommunity

Auf dieses interessante Projekt hat mich Herr Lange vom Verein für Medien, Bildung und Kultur in Berlin aufmerkam gemacht.
Das medienpädagogische Internetprojekt "Cyberland" (www.virtuellewelt.de) besteht nun seit 10 Jahren und ist lebendiger denn je. Im schnelllebigen Internetzeitalter ist das ein runder Geburtstag, den nicht viele Projekte erleben dürfen und der von den jugendlichen NutzerInnen ausgiebig gefeiert wird.

Das Cyberland ist eine virtuelle Gemeinschaft von Jugendlichen für Jugendliche. Der grafische Chatserver basiert auf der Software "ThePalace" und bietet die Möglichkeit mit eigenen Avataren durch viele gestaltete Räume zu wandern. Der Chat wird von Jugendlichen und Kinder selber moderiert.

Mittlerweile nutzen bis zu 300 Kinder und Jugendliche täglich den Cyberland-Chat. 30 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 18 Jahren gehören zu der AdminstratorInnengruppe, achten im Chat auf die Einhaltung der Regeln, bieten Onlinekurse zur Schulung neuer AdministratorInnen an und entscheiden gemeinsam über Veränderungen in der Community.

Was heute zum allgemeinen Sprachgebrauch gehört: der Avatar, war 1997 noch absolutes Neuland. Bereits damals aber war es vor allem die Möglichkeit, die eigene virtuellen Präsenz selber zu gestalten, die viele Jugendliche an dem Chat begeisterte. Mit dem Prinzip der Selbstverwaltung der Community durch die jugendlichen NutzerInnen hebt sich das Cyberland auch heute noch von den vielen kommerziellen Angeboten im Internet für Kinder und Jugendliche ab.

Die Cyberland-Jugendchatcommu-nity wurde im August 1997 an der Berliner Jugendbildungsstätte wannseeFORUM von Michael Lange ins Leben gerufen. Projektträger war von 2001 bis 2007 die LAG Medienarbeit Berlin e.V.. Seit August 2007 wird das Projekt vom Berliner Verein Metaversa e.V. (www.metaversa.de) fortgeführt mit dem Ziel, in den nächsten Jahren den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen auch reale Begegnungen und Workshops anzu-bieten, in denen die Community nach ihren Vorstellungen weiterentwickelt wird.

Jugendeinrichtungen und Schulen können sich weiterhin am Projekt beteiligen und eigene ChatadministratorInnen ausbilden und einsetzen.

Kontakt: Michael Lange, lange@metaversa.de
Metaversa e.V., Verein für Medien, Bildung und Kultur
Köpenicker Str. 187/188, 10997 Berlin
Fon: 0 30 - 94 40 62 12 , Fax: 0 30 - 92 12 02 64
www.metaversa.de

Medienkinder

KidSmart Wettbewerb

 

Seit einiger Zeit wird das "KidSmart Early Learning Program" auch in Österreichs Kindergärten eingesetzt.

Dabei handelt es sich um eine "Multimedia Spiel- und Lernstation" die mit verschiedenster Lernsoftware ausgestattet ist. IBM will mit dieser Initiative vor allem sozial benachteiligten Kindern erste Erfahrungen am Computer ermöglichen und durch die entwickelte Software fördern.

So sieht der KidSmart Computer aus:

 

Beim KidSmart Wettbewerb wurden Kindergärten in Österreich aufgefordert, besonders kreative Einsatzmöglichkeiten des KidSmart Computers zu beschreiben, beziehungsweise Fotos und Berichte von verschiedenen Aktivitäten einzureichen.

Gewinner des Wettbewerbs ist der Kindergarten Lamprechtshausen, der mit einem eigens komponierten Lied aufwarten konnte - Wir gratulieren herzlich!

 

 

ePortfolios

Meine Kindergartengeschichte

 

 

Ein Jahr ist vergangen, seit ich begonnen habe, Portfolios mit den Kindergartenkindern zu gestalten. Die ersten Versuche und "Experimente" waren nicht immer einfach, aber ich habe viel dazugelernt.
Portfolioarbeit ist für mich eine Form des Digital Storytelling. Durch das Nachdenken über das eigene Tun und durch die erzählende Sichtweise von Seiten des Kindes werden Erlebnisse, Lernerfolge aber auch Herausforderungen reflexiv betrachtet, und dies fördert somit die ganzheitliche Entwicklung. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Person unterstützt ganz stark das Sebstbewusstsein und die eigene Einschätzung zur Leistung. Die lineare Darstellung einzelner Entwicklungsschritte lässt Vergleiche anstellen und Lernerfolge bewusster erleben.

In einigen Kindergärten werden Portfoliomappen erstellt, die dann gemeinsam mit den Kindern gefüllt und erweitert werden. Ich habe mich dazu entschlossen, die Portfolios in ppt - Dateien zu verpacken, so wie Helen Barrett ein ePortfolio ihrer Enkelin erstellt hat. Die ersten Portfolios bedeuteten für mich einen Orientierungsversuch, wobei ich immer noch auf der Suche nach der geeigneten Struktur und einer kindgerechten Aufbereitung der digitalen Artefakte bin. Tipps und Hinweise aus "Portfolio - Konzept für Kita und Kindergarten" habe ich für meine Zwecke adaptiert. Obwohl die Autorinnen mit Mappen arbeiten, meine ich, dass Portfoliomappen langsam veralten und von der digitalen Gestaltung abgelöst werden. Die Portfolioarbeit kann hier authentisch gestaltet werden - da Kinder im Vorschulalter meist noch nicht Lesen und Schreiben können, werden soweit als möglich Audiofiles eingefügt. So können die Kinder ihre persönliche Sichtweise besser einbringen und lernen dadurch, ihre Lern- aber auch Alltagsgeschichten zu reflektieren und sich damit auseinander zu setzen. Das ist nicht immer einfach - denn nicht alle Kinder lieben es, im Mittelpunkt zu stehen und frei zu sprechen. Deshalb ist es wichtig, immer die Freiwilligkeit zur Mitarbeit in den Vordergrund zu stellen, beziehungsweise alternative Darstellungsmöglichkeiten zu finden, zum Beispiel durch Malarbeiten.

Die Zukunft der Portfolioarbeit wird von geeigneten ePortfoliosoftware- oder onlineangeboten abhängen, die die Aktivitäten der Kinder unterstützen und soweit als möglich schon von den Kleinen verwendet werden kann. Hier gibt es allerdings noch wenig/keine Bestrebungen in diese Richtung.

Vom 3.-4. Dezember findet in Innsbruck die Tagung "Erzählen - medientheoretische Reflexionen im Zeitalter der Digitalisierung" statt. Der Beitrag von Diana Wieden-Bischof und mir "Digital Storytelling als Teil der Portfolioarbeit in der frühkindlichen (individuellen) Lernentwicklung" wurde angenommen. Wir freuen uns schon darauf, mehr über unsere Portfolioerfahrungen zu berichten.

 

 

 

 

 

Gamebased Learning

Didaktische Szenarien des Digital Game Based Learning

Wie vergangenen Dienstag von MR Dorninger und SC Strohmeyer im Rahmen der FutureLearning Veranstaltung angekündigt wollen wir dieses Schuljahr an einigen ausgewählten Schulstandorten in Österreich im Auftrag des bm:ukk die didaktischen Einsatzmäglichkeiten von populären Computerspielen im Unterricht testen. Geplant ist der Einsatz von "Die Sims 2 - Open For Business", "Civilization IV", "StarCraft" und - soferne sich die Veröffentlichung nicht noch weiter verzögert - "Spore". Diese Liste kann sich aber noch ändern. Ziel dieses Projektes ist die Analyse von ausgewählten Pilotversuchen um daraus allgemeinere Empfehlungen im didaktischen Umgang mit Computerspielen ab zu leiten. Lehrerinnen und Lehrer, die hier mitmachen wollen, können sich ab sofort bei mir melden. Die Unterrichtsfächer sollten sich dabei nach Möglichkeit an den inhaltichen Ausrichtungen der genannten Spiele orientieren. Dabei bin ich aber offen für alle kreativen Ideen die den Innovationsgehalt des Projektes noch weiter steigern können. Teilnehmende Lehrerinnen und Lehrer bekommen im Rahmen des Projektes vom bm:ukk unter anderem einen Kurzlehrgang in Computer Game Studies an der Donau-Universität finanziert.

Wir wissen beispielsweise aus Versuchen im anglo-amerikanischen Raum, dass der Einsatz von "Off-the-shelf" Computerspielen im Unterricht ausgesprochend bereichernd sein kann. Dennoch sind Pilotversuche im öffentlichen Auftrag international immer noch ausgesprochen selten. Mir ist eigentlich nur ein ähnliches Projekt aus England bekannt. Man darf also gespannt sein, wie sich die Sache entwickelt.

Gamebased Learning

Computerspiele: fördern oder verbieten

so lautet die Fragestellung einer Veranstaltung am 19. Oktober in Innsbruck.

Über den allgemeineren Zugang über den Alltag von Games bei Jugendlichen über pädagogische Fragestellungen bis hin zu einem Beispiel aus Südtirol wird inhaltlich bei dem Symposium gearbeitet. Mehr über das Programm und die Referenten gibt es auf der Website zum Symposium.

Gemeinsames Spiel kann auch bei Computerspielen Spass machen, ebenso die Interaktion mit dem Publikum. Um dieses Publikum breiter zu sehen als nur die Anwesenden Personen wird ein Livestream vorbereitet. Darüberhinaus besteht die Möglichkeit Fragen und Anregungen mittels einem Textfeld auf der Website einzugeben, diese wird direkt auf eine Wand projeziert werden und somit wird die Möglichkeit eröffnet sich von außen zu den Vorträgen einzubringen. Mit dem Computer spielen wird auch "wortwörtlich" genommen.

Wer vor Ort dabei sein möchte, kann sich per E-mail (Adresse: anmeldung@zukunftszentrum.at ) anmelden. Der Veranstaltungsort ist das Zukunftszentrum, welche in Kooperation mit dem Land Tirol Jugendreferat und Medienzentrum und einigen anderen Partnern diese Veranstaltung plant und durchführt.

Mein Besuch vor Ort ist schon mal fix eingeplant und ich werde davon hier berichten.

 

Wissensgesellschaft

Luhmann und sein Zettelkasten - Systeme der Ordnung

Weil auch das weite Internet das Informationschaos nur auf eine höhere Ebene hebt, ist die Suche nach dem Index immer noch aktuell. Nach Konrad-Paul Liessmann erwirbt man Wissen durch verstehendes Aneignen. Daher ist es auch immer sehr interessant, Systeme der Ordnung kennenzulernen und sie an eigenen Wissen zu erproben.

Dazu gibt es auf YouTube einige Videos von Luhmann (eLib), unter anderen ein Video, in dem er seinen Zettelkasten erklärt. Luhmann wandte sein System konsequent auf alle Wissensfetzen an, die ihm begegneten und konnte so eine unglaubliche Dichte an Informationen in seine Aufsätze integrieren.

Das Informationszeitalter bietet die Möglichkeit, analoge Systeme der Ordnung mit Hilfe der Technik überschaubar und portabel zu machen. Während Luhmanns Zettelkasten ganze Zimmer füllte, passt die elektronische Variante von Daniel Luedecke auf jeden USB-Stick.