Online-Beratung

Online Beratung und das Ich

 

Ein neues Werk von Karlheinz Benke ist erschienen: Online - Beratung und das Ich

 

 

Der Autor stellt sich in diesem Buch die Frage nach dem ICH - als Teil der "realen" Gesellschaft und als aktiv Handelnde(r) in virtuellen Räumen - und die Anforderungen der Onlineberatung, die Vielseitigkeit des "Ichs" zu erfassen und darauf einzugehen.

Hier eine Kurzinformation zum erschienenen Buch.

 

 

 

Tagungen / Vorträge

4. Webmontag in Innsbruck

 

Am Montag, 21.05. fand der 4. Webmontag in Innbruck, beim Tiroler Bildungsservice statt. Erfreulich, dass sich die TeilnehmerInnenzahl von Termin zu Termin erhöht.

Vorgestellt wurde beim letzten Treffen unter anderem das Social Networking tool: twitter - ein online Dienst, bei dem den Mitgliedern 140 Zeichen zur Verfügung stehen, um der ganzen Welt zu sagen, was sie grade machen.

Twitter hat in letzter Zeit einen großen Aufschwung erlebt und viele aktive User dazubekommen. Gleichzeitig fragen sich viele andere, worin der Sinn dieses Dienstes liegen soll. Hier habe ich 17 "sinnvollen" Anwendungsmöglichkeiten mit twitter gefunden. Natürlich gibt es auch schon ein deutsches Twitterhandbuch, das für den Fall einer Anmeldung dringend zu empfehlen ist :-)

 

Weiters bekamen wir Einblick in "Open Street Map". Es handelt sich hier um ein Communityprojekt, die es sich zum Ziel gemacht hat, "freie geographische Daten" zu produzieren und zur Verfügung zu stellen. Wir erfuhren, dass die Heimatorte der aktiven Communitymitglieder besonders gut ausgearbeitet sind, viele Flächen jedoch noch überhaupt nicht erschlossen sind. Der Vortragende Richard Spindler berichtete von seiner Begeisterung, Wege abzufahren, Orte genau zu erkunden und Straßennamen in die Karte einzutragen. Bei diesem Einsatz wäre es schon möglich, in Zukunft eine vollständige Landkarte vorfinden zu können!

Tagungen / Vorträge

Vortragsabend zum Thema "Serious Games"

Am Samstag, den 26.5. veranstaltet das Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien der Donau-Universität Krems in Kooperation mit dem Verein Subotron einen Vortragsabend zum Thema „Serious Games – Ernstes Spielen“ im Wiener Museumsquartier. Es ist uns gelungen wirklich hochkarätige Vortragende nach Wien zu bringen. Wer sich also kurz vor Beginn der Fashion Show des Life Ball im Rathaus auch noch intellektuell stimulieren will, wird hier sicherlich nicht zu kurz kommen.

Der Vortragsabend beginnt um 18:00. Die offizielle Presseaussendung mit zusätzlichen Informationen habe ich auf bildungstechnologie.net gepostet.

Tipps undTricks zur Mediennutzung

Medienprojekte im Kindergarten

Die TLM (Thüringer Landesmedienanstalt) bietet ausgearbeitete Materialien für den Medieneinsatz im Kindergarten oder für die Durchführung von Projekten an. Mit "Lauschangriff im Kindergarten" oder dem "Flimmerkistenabenteuer" wurden kreative Ideen für die medienpädagogische Arbeit zur Verfügung gestellt.

Auch für den Schulbereich finden sich Projektideen und Einsatzmöglichkeiten in der "Medienwerkstatt".

Für Erziehende, die am Beginn ihrer medienpädagogischen Tätigkeit im Bildungsbereich stehen, stellen diese Ausarbeitungen und Ansätze sicher eine große Hilfestellung und Erleichterung dar!

Lebenslanges Lernen

Der Weg zu einer gendersensiblen Sprache

 

Die homepage www.frauensprache.com macht auf die Notwendigkeit der gendersensiblen Sprache in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens aufmerksam. Die Ausarbeitung der Themenbereiche erfolgte nicht mit "erhobenem Zeigefinger", sondern es werden auch humorvolle Auswüchse der "Frauensprache" in die Sammlung eingebracht.

 

Besonders hilfreich finde ich den Leitfaden für gendergerechtes Formulieren, der vom Gender Mainstreaming Arbeitskreis der niederösterreichischen Landesverwaltung herausgegeben worden ist.

 

Lernen mit Neuen Medien

Teaching and Learning with the Net Generation

Wie schon berichtet, bietet das Online Journal "Innovate" regelmäßig Webcasts an, in denen verschiedenste Themen zum Lehren und Lernen mit Neuen Medien behandelt werden. Der Beitrag zur letzten Veranstaltung "Teaching and Learning with the Net Generation" (account erforderlich!) ist online verfügbar.

Barnes, Marateo und Ferris versuchen die charakteristischen Eigenschaften der Net Geners´ und deren Lernstile aufzuzeigen und diskutieren darüber, wie diese Verhaltensweisen positiv genutzt werden können.

Nicht zu unterschätzen die Feststellung der AutorInnen:

Net Geners want to learn ... but Net Geners learn differently

So wird darauf hingewiesen, dass junge Menschen heute sehr wohl wissen, wie wichtig LERNEN ist. Sie arbeiten zielgerichtet und setzen ihre Karrierewünsche vor allem mit einer guten Ausbildung in Verbindung. Sie sorgen sich sogar mehr um ihre Ausbildung, als Erwachsene dies von ihnen erwarten würden. Nur die Wege, sie sie zu Wissen kommen, haben sich in den letzten Jahren entscheidend verändert.

Having been raised in an age of media saturation and convenient access to digital technologies, Net Geners have distinctive ways of thinking, communicating, and learning (Oblinger and Oblinger 2005; Prensky 2006; Tapscott 1998)

Die Netzgeneration strebt nach Unabhängigkeit und Autonomie in ihrem Lernverhalten, was eine breite Palette an Entscheidungen und Handlungsoptionen mit sich bringt. Dadurch handeln die Mitglieder der Netgeneration überlegt in ihren Entscheidungen und wissen, welche Lerntechnik die richtige für sie ist, wie zum Beispiel das Onlinelesen von Texten oder das Arbeiten in Gruppen. Dadurch benötigt die Netgeneration viele Möglichkeiten zum selbstgesteuerten Lernen, interaktive Lernumgebungen und "persönlich bedeutungsvolle Lernerfahrungen", um nicht, wie durch viele herkömmliche Lernmethoden, gelangweilt zu werden.

Aber obwohl die Netzgeneration regelmäßig elektronische Werkzeuge nutzen, besteht vor allem ein Mangel an Informationskompetenz und kritischem Hinterfragen. Sie mögen zwar "digital natives" sein, so die Autoren, verstünden aber oft noch nicht, wie ihre Mediennutzung sich auf literacies und Lernverhalten auswirkten - wobei hier die "neuen" Herausforderungen der Erziehenden deutlich zu erkennen sind.

Die Ängste der Lehrenden beziehen sich häufig darauf, dass SchülerInnen und StudentInnen ohnehin schon vom Unterricht abgelenkt würden, etwa durch Internet oder SMS. Und obwohl neue Medien im Unterricht als brauchbare Werkzeuge gelten, nützt es nichts, Medien einzusetzen, isoliert und wenig bezogen auf die Bedürfnisse und Gewohnheiten der Lernenden. Wie viele andere Wissenschafter plädieren auch die AutorInnen zu Veränderung pädagogischer und didaktischer Ansätze, um Neue Medien "gewinnbringend" einzusetzen:

This discussion suggests that educators can best serve the needs of Net Generation learners and meet teaching goals by modifying pedagogies to accommodate Net Geners' need for independence and autonomy in learning.

Durch die Nutzung einer großen Anzahl von Medien und Medienprodukten ist Multitasking Teil der Lebensgewohnheiten der Netzgeneration geworden. Gewöhnt an mediale Reize berichten Net Geners von Langeweile bei traditionellem Unterricht, währen die Erziehenden die kurze Aufmerksamkeitsspanne der jungen Leute kritisieren.

Als Altenative zu traditionellen Lernmethoden werden zum Bespiel Webquests, also das "learning by doing" empfohlen, eine Lernstil, der bezeichnend ist für Mitglieder der Netzgeneration.

Das Internet dient als Lernwerkzeug aber vor allem auch als Möglichkeit, soziale Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen. Die Erfolge von Facebook oder MySpace bestätigen das Bedürfnis der Netzgeneration nach sozialem, kommunikativem Austausch im Web. Verschiedene Universitäten in den USA nehmen dies zum Anlass, diese Plattformen für Unterricht und Lehre einzusetzen und zu integrieren. Indem die Online - Gewohnheiten der Netzgeneration mit klar definierten pädagogischen Zielen verknüpft werden, wird zielgerichtetes mit positiven Erfahrungen verbundenes Lernen ermöglicht.

Educators should continue to find ways to exploit the skills students develop outside of class without accommodating the habits of instant gratification and shallow thinking. To be human is to learn, and we learn from good teachers. Russell Ackoff has often noted that the current education system does not teach students how to learn (Day 2007). Today’s digital and computer technologies allow us to remedy this by giving us the tools to teach Net Geners not just what to learn but how to learn.

 

Viele der "typischen Eigenschaften" der Netzgeneration sind Institutionen und Lehrenden durchaus bewusst. Es sind auch Veränderungen spürbar, die mit einer "Öffnung des Lernens" und Veränderungen der Lehr- und Lernkulturen verbunden sind. Doch die Geschwindigkeit dieser pädagogischen und didaktischen Veränderungen hinkt der Geschwindigkeit, wie sich Technologien und Anwendungen verändern, nach und kann mit Lebens- und individuellen Lernstilen wohl kaum mehr Schritt halten. Diese Schere geht in manchen Bereichen derart auseinander, dass es vielleicht irgendwann oder bald zu einem "Crash" kommen wird...

(Alle Quellen verfügbar im Original - Artikel)