Medienpädagogik - Allgemein

Lehrer spielen "Counterstrike" und Co.

 

Die Professur für Medienpädagogik und Weiterbildung der Universität Leipzig veranstaltet am 30. April einen ganz besonderen Pädagogischen Tag für 50 Lehrerinnen und Lehrer des Leipziger Wilhelm-Ostwald-Gymnasiums. Im Zentrum für Medien und Kommunikation in der Emil-Fuchs-Straße 1 dürfen die Pädagogen nämlich einen Tag lang spielen wie ihre Schüler.

Durchgeführt wird der "Tag des Computerspiels" am Lehrstuhl für Medienpädagogik und Weiterbildung sowie dem Zentrum für Medien und Kommunikation der Universität Leipzig von Studentinnen und Studenten des Seminars "Kompetenzentwicklung durch Computerspiele" unter Leitung von Professor Dr. Hartmut Warkus und Kai-Thorsten Buchele.

mehr darüber

 

Medienkinder

Papa spielt

Es ist soweit. Nachdem nun endlich ein Alter erreicht habe in dem man gesellschaftlich akzeptiert erste Anzeichen von skurrilen Verhalten zeigen darf, habe ich mich dazu entschlossen, meine Welt um eine portable Spielkonsole zu bereichern. Außerdem schimpfe ich mich Computerspielforscher und habe eigentlich so etwas wie eine wissenschaftsethische Verpflichtung zu spielen. Kann also nicht falsch sein – also hieß es gestern her mit einer „PSP“ und einigen Spielen.

Was dann folgte steht im wahrsten Sinn des Wortes im Lehrbuch. Nachdem ich einige Zeit mit einem Spiel verbracht hatte und der Meinung war es ganz gut durchschaut zu haben, borgte ich es meinem siebenjährigen Sohn. Er hatte das Spiel niemals zuvor gespielt. Dennoch mutierte er innerhalb kürzester Zeit zum Meister und ich zum Anfänger, und zwar zum blutigen. Bereits nach einer halben Stunde wurden mir Features erklärt, die nicht einmal in der Spielanleitung angeführt waren. Auf meine Frage wie er dies alles in der kurzen Zeit entdeckt hatte bekam ich nur einen mitleidigen Blick entgegen geworfen.

Man nimmt heute an, dass der Umgang mit Computerspielen strategisches Denken sinnvoll fördern kann. Kinder lernen sich in interaktiven Mediensystemen zu bewegen, forschend zu handeln und zielgerichtet effiziente Problemlösungen zu entwickeln. In dem Bestseller "Got Game: How the Gamer Generation Is Reshaping Business Forever" nahmen die Autoren Beck und Wade dieses Phänomen sogar zum Anlass, Firmen die Einstellung von computerspielaffinen JungmanagerInnen zu empfehlen. Es kommt bereits vor, dass man auf manchen Lebensläufen eine Liste der gespielten Computerspiele findet.

Ich selbst habe Strategiekompetenz mehrmals als immer wichtiger werdende Dimension einer partizipativen Medienlesekompetenz bezeichnet. Die sehr persönliche Erfahrung der Konsequenzen dieser Entwicklung war dann allerdings doch etwas überraschend für mich.

Lernen mit Neuen Medien

Wissensbaustelle - Das (Er)Leben der Schule

Ich bin soeben auf die Wissensbaustelle gestoßen. Dabei handelt es sich um Projekt wo Schüler einer Grundschule aus ihrem Alltag (an der Schule :-) ) bloggen.

Das aus meiner Sicht Interessante daran ist, dass die Beiträge nicht von den Schülern sonderm vom Lehrer (nach einer Kontrolle) erst wirklich online gestellt werden.

Bin gespannt auf die Kommentare zu diesem Ansatz der "Medienerziehung".

(via Webszene)

Tagungen / Vorträge

Edumedia 2007

vom 16. - 17. April fand in Salzburg die 3. EduMedia Fachtagung statt. Sie stand unter dem Motto "Offene Bildung im/mit dem Web 2.0!?!" Schon das Rufezeichen - Fragezeichen - Rufezeichen in der Überschrift machten deutlich, dass es sich hier um kein einfaches Thema handelte und die Fragen aus heutiger Sicht nicht ohne weiteres beantwortet werden können.

So bezeichnete sich Nikolaus Forgo im E-Portfolio-ExpertInnen Forum am Montag als "Spaßverderber", wenn er an rechtliche Herausforderungen und Aspekte des Datenschutzes bei der E-Portfolio-Nutzung erinnerte und die derzeitige gesetzliche Lage erörterte. Unterstrichen wurden seine "düsteren Szenarien" mit schwarzen ppt - Folien und blutroter Schrift.

Bernie Dodge (Begründer der Webquestmethode) machte sich auf die Suche nach seinen früheren Lehrpersonen, die ihn seiner Meinung nach nicht auf das lebenslange Lernen vorbereitet haben.

Jochen Robes schließlich erörterte die Frage: "Warum verlangen sie kein Geld dafür?" - über die Schwierigkeit, Gutes zu tun - und sprach mit seinen Begründungen und Erörterungen sicher stellvertretend für viele TeilnehmerInnen der Fachtagung.

Die Namensschschilder zur Fachtagung trugen zur allgemeinen Erheiterung bei (sie zeigten meist Name und Wohnort), und ich wurde einige Male von BesucherInnen angesprochen, wo denn dieser unbekannte Ort läge. So wurden auch die Leute "aus der Provinz" in die wissenschaftlichen Diskussionen freundlich aufgenommen.

Ausführlichere und inhaltliche Reflexionen sind zu finden bei Mandy Schiefner zum E-Portfolio-ExperInnen Forum als auch zur Tagung oder bei Jochen Robes.

Die Podcasts zur Tagung sind in Kürze unter http://edumedia.salzburgresearch.at zu finden.


 

 

 

 

Online-Beratung

4. Lehrgang [online.beratung] 2007/2008

Im Herbst startet das wienXtra-institut für freizeitpädagogik (ifp) den nächsten Lehrgang [online.beratung], die einzige umfassende Weiterbildung zum/zur zertifizierten Online-BeraterIn in Österreich.

Der Lehrgang qualifiziert zur professionellen (psychosozialen) Beratung per Mail, Forum und Chat und richtet sich an alle, die als BeraterInnen im virtuellen Raum arbeiten und an Organisationen, die ein konkretes Online-Beratungs-Projekt planen.

Die 160 Unterrichtseinheiten sind als blended-elearning Konzept angelegt, neben Präsenzseminaren in Wien werden die TeilnehmerInnen über die Lernplattform Moodle wesentliche Inhalte erarbeiten und trainieren. Der Lehrgang beginnt im Oktober 2007 und wird im April 2008 abgeschlossen. Es werden maximal 22 TeilnehmerInnen aufgenommen.

Als ReferentInnen konnten ExpertInnen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz konnten erneut für die Mitarbeit im Lehrgang gewonnen werden.

Die Anmeldung zum Lehrgang hat begonnen und alle Informationen können hier heruntergeladen werden: 4. Lehrgang [online.beratung]

Ein Kooperationsprojekt des wienXtra-instituts für freizeitpädagogik (ifp) mit ICE/netbridge und der MA 13 Wien.

 

Lernen mit Neuen Medien

E-Learning-Trends: Wikis und Lerner-Communities gewinnen an Bedeutung

Im Newsletter E-Learning des Learning Center an der Universität St. Gallen wird eine Trendstudie zum Thema Verbreitung und Akzeptanz neuer eLearning Anwendungen vorgestellt. 51 Experten wurden auf der Learntec von MMB (Medien- und Kompetenzzentrum Essen)Interviewern während und kurz nach der Learntec 2007 befragt.

Zu den neuen Trends gehören Wikis (71 %), Online-Communities und "Open Educational Resources" (beide 56 %). Deutlich weniger Experten sehen die 3-D-Welt "Second Life" als Lernapplikation der Zukunft (33 %). Zugleich wird für 27 Prozent der Befragten "Kooperatives Lernen" und "informelles Lernen" (17 %), "E-Learning 2.0" und "Rapid E-Learning" (beide 15 %) als wichtiges Trendthema eingestuft.

Interessant dazu auch eine weiter Studie des MMB, welche die Nachfrage und Stellenwert nach E-Learning in deutschen Unternehmen untersucht (Trendstudie) und hierbei den Fokus auf die kleinen und mittleren Unternehmen legt.

Fazit: E-Learning« als technologiegetriebenesThema (nach dem bekannten Muster
»Lösung sucht Anwendung«) hat sich überholt.

Da stellt sich natürlich die Frage, ob sich einfache, schmale Social Software durchsetzen können oder ob dies eine Trenderscheinung bleibt.

 

Tagungen / Vorträge

OLPC

OLPC

This is the week that the One Laptop Per Child (OLPC) project begins, and as
such, is a major turning point in our field - perhaps the key turning point.

via stephen downes

Tagungen / Vorträge

Live Webcasts zu "Lehren und Lernen mit neuen Medien"

 

Innovate - Journal of Online Education bietet im April und Mai interessante Live Webcasts zu verschiedenen Themen im Bereich e-learning an. In den Fortbildungs/Diskussionsangeboten geht es vor allem um die Problematik, wie

  • Unterricht für die Net - Generation gestaltet werden sollte/muss
  • Medienkompetenz von Kindern/Jugendlichen gefördert werden kann
  • herkömmliche "Lehrmethoden" in Diskrepanz zum Einsatz von neuen Medien im Unterricht stehen

Hier das Programm (Achtung Zeitzonen beachten - Eastern time USA):

April 12, 2007

11:00 a.m.
Teaching and Learning with the Net Generation
Authors: Kassandra Barnes, Raymond Marateo, and S. Pixy Ferris
http://innovateonline.info/index.php?view=article&id=382

May 8, 2007

12:00 p.m.
Author: Mark van ‘t Hooft
Schools, Children, and Digital Technology: Building Better Relationships
for a Better Tomorrow
http://innovateonline.info/index.php?view=article&id=376

2:00 p.m.
Author Holly Peterson
Alumni e-Networks: Using Technology to Engage Net Generation Alumni
http://innovateonline.info/index.php?view=article&id=383

3:00 p.m.
Author: Dana J. Wilber
MyLiteracies: Understanding the Net Generation through LiveJournals and
Literacy Practices
http://innovateonline.info/index.php?view=article&id=384

4:00 p.m.
Author: John Thompson
Is Education 1.0 Ready for Web 2.0 Students?
http://innovateonline.info/index.php?view=article&id=393


Web 2.0 Unternehmen / Enterprise 2.0

Neue Erkenntnisse über die Anwendung von PowerPoint



Die Vermutung das PowerPoint oft nicht richtig angewendet wurde nun von australischen Wissenschaftlern in einer Studie untersucht. John Sweller von der University of NSW tätigt folgende sehr polemisch gemeinte Kernaussage über PowerPoint:

The use of the PowerPoint presentation has been a disaster, it should be ditched.
It is effective to speak to a diagram, because it presents information in a different form. But it is not effective to speak the same words that are written, because it is putting too much load on the mind and decreases your ability to understand what is being presented.
John Sweller

Eine interessante und umfangreiche Aufarbeitung des Themas erfolgt bei Presentation Zen
und im Arbeitszimmer, wo es auch weiterführende Links gibt.

 

Online-Beratung

Neue Ausgabe e-beratungsjournal.net ist online

Das Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe des e-beratungsjournal.net liegt auf dem Thema "Inszenierungen". Virtuelle Umgebungen und Tätigkeiten eignen sich hervorragend, um etwas (oder sich) in Szene zu setzen. Somit ist der virtuelle Raum ein spannendes Gebiet, nicht nur für Online-BeraterInnen, wenn es um den professionellen Kontakt mit KlientInnen geht.

Das Journal ist eine Fachzeitschrift für Online-Beratung und computervermittelte Kommunikation. Alle Artikel stehen bei diesem Open Access Journal kostenlos zum Download unter www.e-beratungsjournal.net bereit.

Birgit Knatz und Karlheinz Benke haben interessante Artikel beigesteuert: „Das Ich im Web 2.0 – vom Spiel zur Inszenierung“ von Benke ist eine faszinierende Einführung in die Re-Präsentationen des Ich in virtuellen Räumen und ist ein Vorgeschmack auf das Buch „Bilder in der Online-Beratung“ (erschienen März 2007). Birgit Knatz schreibt über „Inszenierungen und Fakes in der Online-Beratung“ und gibt damit eine wichtige Einschätzung und Hilfestellungen für Online-BeraterInnen im Umgang mit „echten“ oder „gefakten“ Beratungs-Anfragen.

Die Föderation Schweizer Psychologen hat Qualitätskriterien für psychologische Angebote im Internet erstellt und so einen Rahmen für mediale Inszenierungen im professionellen Beratungskontext geschaffen. Nils-Günther Schultze fasst in seinem Grundlagenartikel die „Erfolgsfaktoren des virtuellen Settings in der psychologischen Internetberatung“ zusammen. In der Kategorie Grundlagenartikel gibt es einen Artikel von Werner Bock und Karl Lemmen zum Thema „Die Online-Beratung der Aidshilfen - regionale Kompetenz unter einem Dach“. Die Autoren geben einen umfassenden Einblick in Planung und Entwicklung eines Online-Beratungs-Projekts und stellen somit exemplarisch ein best-practice Beispiel für Projektmanagement dar.

Franciska Keller hat die Email-Anfragen an das Schweizer Portal rainbowgirls.ch untersucht und ausgewertet. Sie beschreibt, welche Anfragen über dieses Medium von lesbischen bzw. bisexuellen Frauen an die Beraterinnen gestellt werden. In der Rubrik „Aus den Universitäten und Fachhochschulen“ hat zudem Claudia Beck ihre Arbeit „E-Mail Beratung Jugendlicher in suizidalen Krisensituationen - Metaphorische Konzepte von Leben und Tod“ für die Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Eine Rezension zum neuen Buch von Karlheinz Benke und die Ankündigung von relevanten Tagungen und Konferenzen runden die Ausgabe ab.

Die Ausgabe 2/2007 erscheint im September 2007 mit dem Schwerpunkt "Sprachbilder/Bildersprache". Der aktuelle Aufruf für Einreichungen ist online abrufbar.