Medienpolitik

Heute schon geapfelt?

Wer in den letzten Monaten die Medienlandschaft in den USA beobachtet hat wird eine Entwicklung aufgefallen sein, die stark an die Anfänge des World Wide Web erinnert. Ende der 90iger Jahre begannen Fernsehstationen für ihre Produktionen Internetpräsenzen zu erstellen und diese in ihr Marketingkonzept zu integrieren. Plötzlich wurde es üblich, dass Adressen von Webpages über den Bildschirm flimmerten und so die Zuseher einluden, sich über das Internet intensiver mit einer Serie auseinander zu setzen. Dies war der Beginn dessen, was heute von Medientheoretikern wie Henry Jenkins als „Partizipationskultur“ beschrieben wird.

In den letzten Monaten wurde diese Internetpräsenz um eine „iTunes-Präsenz“ erweitert. Nahezu alle amerikanischen Fernsehstationen bieten ihre Eigenproduktionen inzwischen über iTunes zum kostengünstigen Download an und bewerben dies intensiv in ihren Sendungen. Dieser Download ist dabei nicht nur zeitverzögert als elektronische Alternative zum DVD-Release, sondern in einer Vielzahl von Fällen inzwischen parallel oder sogar im Vorfeld der eigentlichen Erstausstrahlung. Man bestellt bei iTunes einen sogenannten „Season-Pass“ und erhält die jeweils neueste Folge einer Serie in voller TV Auflösung vollautomatisch zum frühest möglichen Zeitpunkt auf Computer und iPod. Inzwischen werden über 200 Fernsehserien auf diese Weise über iTunes vertrieben.

Für die Benutzerin oder den Benutzer sind die Vorteile beträchtlich. Insbesondere entsteht eine vollkommene Orts- und Zeitunabhängigkeit im Fernsehkonsum. Wer einen amerikanischen iTunes Account besitzt ist immer am aktuellsten Stand, egal ob man sich bei der Arbeit im Büro, in der Antarktis auf Forschungsreise oder in der Karibik auf Urlaub befindet.

Für die Produktionsfirmen bedeutet diese Entwicklung gleichzeitig eine erhebliche Umstellung im Geschäftsmodell denn der Vertrieb über iTunes muss ohne Werbeschaltungen auskommen. Das iTunes Modell basiert dagegen auf dem „Most Repeatable Programming“ Konzept, das unter anderem Steven Johnson in seinem Buch „Everything Bad Is Good for You“ beschrieben hat. In diesem Ansatz ist es im Interesse der Produktionsfirma, Fernsehproduktionen so komplex zu gestalten, dass sie selbst nach vielfachen Betrachten immer noch mit neuen Eindrücken aufwarten können. Dadurch wird die Bedeutung der Erstaustrahlung durch die Downloadmöglichkeit nicht gemindert. Gleichzeitig wird es aber auch sinnvoller, Werbebotschaften anstelle in Programmpausen direkt in das Programm – etwa über Product Placement – einzubauen.

Bemerkenswerterweise erscheinen gerade jene Produktionen mit besonders hoher Komplexität oftmals zunächst als besonders seicht, da sich ihre Komplexität erst nach wiederholtem Konsum eröffnet. So basieren viele Reality Shows oder Daily Soaps auf dem Prinzip des „Most Repeatable Programming“.

Apple verfolgt mit iTunes eine ungeheuer elegante Geschäftsstrategie die einem wirtschaftlich interessierten Beobachter wie mir sprichwörtliche Tränen der Begeisterung in die Augen treibt. Um in den USA iTunes im vollen Umfang benutzen zu können benötigt man neben einem iPod auch Apple TV sowie ein iPhone und damit einen Handyvertrag mit AT&T sowie einen Email Account auf Yahoo. Keine andere Kombination ist möglich. Wer einen Handyvertrag oder einen Mp3 Player einer anderen Marke besitzt oder Email bei einem anderen Provider liest, hat Pech gehabt. Rund um iTunes baut sich somit ein monopolistisches Firmennetzwerk auf, welches in absehbarer Zeit den Medienkonsum zumindest in den USA vollständig kontrollieren könnte.

Was passieren wird, wenn Apple diese Strategie nach Europa überträgt, bleibt abzuwarten. Allerdings erscheint es auch für uns höchste Zeit, dass wir den Apfel auf dem Weg zur medialen Supermacht der Zukunft ernst nehmen.

Evaluation

Qualitätshandbuch eLearning

Fragebögen, Checklisten, Handbücher

Das "Qualitätshandbuch" (von Dipl.-Ing. Thomas Dietz und Uta Thiel M.A.) und online auf dem Bildungsmark Sachsen enthält eine Sammlung von Erkenntnissen, Erfahrungen, Strategien, Methoden und Instrumentarien zur Evaluation digitaler Lernsysteme. Es enthält 400 Fragen und 27 Module aus denen sich anwendungsspezifische Checklisten und Fragebögen u. a. zu folgenden Themen generieren lassen:

  • KO-Kriterien
  • Didaktik/Methodik
  • Kommunikation
  • Layout
  • Gender Mainstreaming
  • Informationdarbietung
  • Lernbetreuung
  • Abschluss (eines eLearning-Kurses)
  • Technik
  • Interaktion
  • Multimediale Elemente
  • Motivation
  • Navigation
  • Curriculum
  • Konzept
  • Kosten
  • Gemeinsames Lernen
  • Zielgruppe
  • Lernzeit
  • Fachliche Beurteilung
Daneben gibt es noch weitere Themenspezifische Fragebögen- und Kataloge:
  • Content-Recherche
  • Gender Mainstreaming
  • Content-Bewertung
  • Content-Produktion
  • Akzeptanz
  • Gestaltung von akzeptanzgerechten Content

Ziel ist, Interessenten eine Unterstützung zur Erstellung, Suche und Angebot von qualitativ hochwertigen und lernerzentrierten Content zu offerieren.

Der Bildungsmarkt Sachsen stellt auch Hilfsinstrumente zur Evaluierung von eLearning-Modulen und Content-Bewertung zum download bereit.

Medienkinder

Virtuelle Lernumgebungen für Kinder

Futurelab ist eine Organisation, die mit ihren Ideen und Projekten Lernpotentiale in Verbindung mit neuen Medien aufgreifen, und für Unterricht und Lehre aufbearbeiten will. Diese neuen Ideen und Lernumgebungen sollen das Lernen des 21. Jahrhunderts verändern.

Futurelab zeigt auf seiner homepage in Hinblick auf Lernen mit neuen Medien verschiedenste Projekte und Ideen. Eines hat mir besonders gefallen - Virtual Puppeteers. Es handelt sich hierbei um ein virtuelles Puppentheater am Computer. Allein, als Gruppe oder in der Klasse können nach eigenen Vorstellungen Puppen entworfen werden. Die Gestaltung eines Theaterstückes, einer Geschichte usw. kann selbst vorgenommen werden. Eine kurze Übersicht zeigt, wie die virtuellen Puppen entworfen und eingesetzt werden können.

Ich habe versucht, eine Puppe zu entwerfen, konnte zwar die Form etwas verändern, als ich dann aber eine andere Farbe aussuchen wollte, war es vorbei mit der kreativen Freiheit.

Trotzdem finde ich die Idee eines virtuellen Puppentheaters großartig. Kinder und Jugendliche werden hier in vielen Bereichen gefordert und gefördert. Technisches Können, Phantasie, sprachliche Ausdrucksfähigkeit, Zusammenarbeit ... sind nur einige Kompetenzen, die durch den Einsatz von Virtual Puppeteers angeregt werden.

 

 

 

 

 

 


 


 

 

Evaluation

Workshop "evaluation of digital learning systems and user experience"

Evaluations-Workshop auf der microlearning conference 07

Im Rahmen der microlearning conference 07 vom 21. & 22. Juni 2007 findet wie vorher schon mal angekündigt - ein knapp 3-stündiger deutschsprachiger Workshop zum Thema "evaluation of digital learning systems and user experience" statt. die genaue Beschreibung des Workshops ist nun fertig und hier downzuloaden.

Jede(r) der/die beruflich oder schwerpunktmäßig mit empirischer Forschung und Evaluation im Themenkomplex "Evaluation digitaler Lehr- & Lernmedien" zu tun hat oder sich sehr für diese Thematik interessiert, ist herzlich eingeladen teilzunehmen.

Zur Anmeldung geht's hier.

Evaluation

EVALGUIDE - Online-Handbuch zur Evaluation von eLearning-Projekten

Verena Friedrich von der ETH (Eidgenössische Technische Hochschule) in Zürich betreibt das Projekt "EVALGUIDE", ein Online-Handbuch zur Evaluation von eLearning-Projekten und -Programmen. Die jetzt neuere Version des Handbuchs unterstützt "...bei der Konzeption und Durchführung der Evaluation von eLearning-Projekten und -Programmen im Bereich der Hochschullehre." Daneben bietet es:
  • Ein Rahmenmodell für die Konzeption der Evaluation
  • Praktische Anleitung zur Durchführung der Evaluation
  • Verschiedene Tools & Downloads (wie z. B. Kriterienkataloge, Fragebögen)
Das Projekt im Aufbau schon recht weit fortgeschritten und vom Ansatz her sehr hilfreich und interessant, nicht nur für Evaluation von eLearning-Projekten an Hochschulen.
Medienpädagogik - Allgemein

Fernsehen - Bilder im Kopf

 

 

 

Die Erstveröffentlichung des Textes erfolgte als

 

Kapitel e.2.1. „Das Bild im Kopf“ in der Publikation:

 

 


 

 

Benke, Karlheinz (2005):

Geographie(n) der Kinder. Von Räumen und Grenzen (in) der Postmoderne.

 

München: Meidenbauer: 333-339.

 

Karlheinz Benke, Autor des Buches, stellte uns diesen Artikel zur Verfügung.

Herzlichen Dank!

 

 

Fernsehen...

 

Fernsehen ist nicht zuletzt eine der Möglichkeiten, seinen eigenen Horizont zu erweitern, an den Erlebnissen und Erfahrungen der Anderen teilzuhaben und dadurch auch empathische Gedanken (gerade in einer Zeit, in der es an realen Interaktionen mangelt) entwickeln zu können Diese dienen unbestritten der Vertiefung von Kenntnissen oder Informationen und sind als solche wiederum Grundlage einer handlungskompetenten Persönlichkeit.

 

Fernsehkonsum für Kinder wird jedoch immer eine ambivalente Haltung hervorrufen und bereits die Einschätzung seines Einflusses als alleiniger Auslöser für kindliche Handlungsmuster und Verhaltensweisen erweist sich angesichts der dynamisch wachsenden, komplexen Medienerfahrungen als problematisch.

 

 

 

Bilder im Kopf

 

Welche Prozesse löst das Fernsehen respektive dessen Bilder im Kind und dessen Körper aus? Welche Konsequenzen ergeben sich aus der Beschäftigung Fernsehen?

Hier sieht der Autor Schwierigkeiten in der Verarbeitung solcher geballten Informationen. Es kommt zu einer subjektiven Vernetzung der erhaltenen Informationen, ein und dasselbe Bild erzeugt unterschiedliche Realitätskonstruktionen. Informationen werden ohne Stopp gesendet und das Kind kann nicht selbst entscheiden, wann es für die nächste Information bereit ist. Aus hirnphysiologischer Sicht bedeutet Fernsehen eine Einschränkung der Wahrnehmung und Beobachtungsfähigkeit. Kinder werden davon abgehalten, eine eigene Vorstellungswelt aufzubauen.
Eine weitere Bedeutung wird dem akustischen Raum beigemessen. Geräusche, Töne, Musik sind ausschlaggebend für die Gefühlsbindung an bestimmte Medienprodukte.

Da Bilder und Informationen so gut wie "unzensiert" ins Unterbewusstsein eindringen, kommt es zu einer Überhöhung des visuellen Systems durch die raschen und bunten Bildfolgen beim Fernsehen. Fehlende Möglichkeiten, gewonnene Eindrücke auch auszuspielen, können daher zu "Fernsehepilepsie" führen. Eine weitere Gefahr des Fernsehens sieht der Autor in der Entwicklung einer "sensoriellen Schizophrenie". Das Leben eines Menschen zeigt sich viel langsamer und viele Geheimnisse müssen erkundet werden. Das Fernsehen zeigt viele dieser Erfahrungen auf visuell-akustischer Basis, wodurch es zu Verzerrungen im Erfahrungsaufbau kommen kann.
Ein weiterer Begriff, der aufgegriffen wird, ist die symbolische Gewalt. diese wird bei Fernsehen lustvoll erlebt und in Verbindung mit Unterhaltung gebracht.

 

 

Im Sinne der Lerntheorie von Bandura ist jedoch zu den Wirkungen des Fernsehens (und im speziellen zu filmischer Gewalt) - sehr wohl differenzierend - festzuhalten, dass die individuelle Rezeption und Aufnahme immer im lebensweltlichen, raum-zeitlichen und sozialen Kontext zu betrachten ist. Dies bedeutet in Anbetracht des gegenwärtigen Medienensembles (Film, Fernsehen, Computer, Gameboy, Comics, Bücher etc.), dass „nicht alles, was beobachtet und mit einer Bedeutung versehen wird, in Handeln umgesetzt“ wird. Kinder führen im Sinne Banduras - und dies ist von größter Relevanz - ohnedies nur „aus, was sie als angemessen bewerten, und sie vermeiden, was sie persönlich missbilligen“ (Hipfl in Aufenanger 1991:133).

 

Die tatsächliche Anerkennung dieser Tatsache durch die Erwachsenen könnte im Sinne einer abschließenden Zielformulierung zweierlei bedeuten: zum einen ein entsprechendes Bekenntnis in das Vertrauen individueller Fähigkeiten der Kinder, zum anderen als Zugeständnis an den Glauben ihrer jeweiligen persönlichen Reife.

Nichtsdestoweniger sollte für Kinder in Bezug auf eine kritische Haltung gegenüber Denk- und Handlungsmustern, die sich aus Bilderfolgen ‘quasi-logisch’ ergeben, nach wie vor die Möglichkeit eines Austauschs mit Erwachsenen bzw. zum individuellen Rückzug gegeben sein, um diese auf kognitiver Ebene verarbeiten oder sie wenigstens auf motorischer Ebene über Aktivitäten entsprechend kompensieren zu können.

 

 



Tagungen / Vorträge

2. Webmontag in Innsbruck

Am 19.03. fand in Innsbruck der 2.Webmontag statt. Gerlinde Braumiller stellte die Website des Projekts "Beruf-und-Familie" vor, was auf großes Interesse gestoßen ist. Die anschließende Diskussion wurde intensiv für die Frage der Barrierefreiheit im Web genutzt.
Samo Korosec machte den TeilnehmerInnen Ruby on rails schmackhaft, was für die anwesenden Programmierer des Webmontags von besonderem Interesse war - für mich leider ein fachchinesisches WirrWarr bedeutete - trotzdem weiß ich nun, dass diese moderne Programmiersprache zur Zeit an Beliebtheit gewinnt - auch schon was ;-)

Fotos zum 2. Webmontag sind auf Flickr zu finden.

Der gemütliche Ausklang des Webmontags wurde wie üblich zum Kennenlernen und Kontakte knüpfen genutzt.

 

 

Tagungen / Vorträge

Tiroler Weiterbildungskongress 2007

Tiroler Weiterbildungskongress 2007

Eine interessante Veranstaltung zu Lernen und Weiterbildung im
Unternehmen findet vom 16.- 18. April in Innsbruck statt: Trendlabor
Lernen: "Wie neue Lernkulturen unser Leben und Arbeiten verändern.

In 5 Tiroler Pilotunternehmen wurden innovative Lernkonzepte erprobt und
diese Erfahrungen werden am Kongress reflektiert. In der Workshopreihe
"Ganzheitliche betriebliche Weiterbildung in Unternehmen" findet ein Austausch über Vorgehensweise, Knackpunkte und Erfahrungen der MitarbeiterInnen, Führungskräfte und TrainerInnen statt. Regionale sowie europäische Erfahrungen werden von namhaften Organisationen vorgestellt und diskutiert.
Auch ich bin dort vertreten und präsentiere das Microlearning Konzept
der Research Studios Austria und halte einen Workshop zu Weblogs im Unternehmen. Vielleicht sieht man sich ja. :-)

Das detaillierte Programm finden Sie hier.

Online-Beratung

Österreichische Gesellschaft für Online-Beratung

In Wien hat sich die Österreichische Gesellschaft für Online-Beratung (ÖGOB) gegründet.

Da dieses Thema gerade im psychosozialen Bereich zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist es das Ziel dieser Initiative, interessierte Online-BeraterInnen aus ganz Österreich zu vernetzen und eine gemeinsame Plattform für den Wissensaustausch zu bilden.

Vor allem junge Zielgruppen wenden sich immer mehr per eMail, Forum oder Chat an eine Beratungsstelle, wenn es darum geht, anonym und unkompliziert Informationen bzw. eine Beratung zu erhalten. Gleichzeitig ist für BeraterInnen eine umfassende medienpädagogische Ausbildung für diese Art von Beratungsarbeit zwar wünschenswert aber in den verschiedenen Ausbildungen noch nicht vorgesehen. Hier möchte die ÖGOB Untersützung anbieten und Lobby-Arbeit leisten.

Wer an einer Mitarbeit bei der ÖGOB Interesse hat, kann sich gerne unter office@oegob.net an den Vorstand wenden.

Medienpädagogik - Allgemein

EPICT - The European Pedagogical ICT Licence

In vielen Ländern ist eine pädagogische IKT Ausbildung bereits verpflichtend. Im Gegensatz zum ECDL ist dieser vermehrt für Lehrkräfte gedacht, um technische Kenntnisse in pädagogische Konzepte im Unterricht umzusetzen. In Dänemark oder auch z.B. Ungarn und U.K ist dies verpflichtend in der Lehrerfortbildung eingesetzte. Nun soll dieses Modell auch in Österreich in die Lehrkräfteaus- und Fortbildung integriert werden.

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