Eigentlich kenne ich mich mit Online - Spielen nicht aus. "Als Medienpädagogin sollte ich schon mal wissen, worum es geht", dachte ich mir und versuchte mich im "
Second Life". Bisher für mich unbekannt, begab ich mich auf eine Reise, die mir viele neue Erfahrungen erschlossen haben...
Wer sich grundlegende Informationen über dieses Spiel beschaffen möchte, liest am besten bei
Helge Städtlers Erfahrungen mit Second Life, bei
Wikipaedia oder einen
ausführlichen Bericht bei der Zeit online
Hier einige Punkte, zu denen ich Stellung nehmen möchte:
Avatar:
Das Aussehen kann nach eigenen Vorstellungen verändert werden - auch ohne Geld wird ein "kreatives" Aussehen ermöglicht. Bei Sonderwünschen heißt es dann sparen und Geld verdienen - denn auch hier gilt: Von nix kommt nix.
Geld:
Über die so genannten Linden Dollars verfügte ich von Anfang an nicht, da ich mich geweigert hatte, meine Kreditkartennummer preiszugeben. Ansonsten hätte ich ein monatliches Taschengeld erhalten. "Na, ja", dachte ich mir, "dann gehe ich halt Geld verdienen" und fragte nach einem geeigneten Arbeitgeber. Mir wurde ein Campingplatz empfohlen, an dem man recht gut verdiene. "Okay", dachte ich, "versuch ich es mal". Und als ich bei meinem nächsten Spielversuch - mit meinem Avatar :-) -zum Campingplatz gehen wollte, hieß es, er existiere nicht mehr - da wars schon zu spät.
Freunde:
Freundschaften werden im Second Life recht schnell geschlossen. Manchmal braucht man eine/n Mitspieler/in nur freundlich zu grüßen, und schon wird einem die "Freundschaft angeboten" - nimmt man die Freundschaft an, wird für die jeweiligen Freund/innen der online Status sichtbar und wo man sich gerade aufhällt. Der Begriff "Freund/in" wird im Second Life also recht locker gehandhabt und steht meiner Meinung nach in keinem Vergleich zum realen Leben. Trotzdem macht es Spaß, andere Spieler /innen kennen zu lernen und - wie im realen Leben auch - Netzwerke zu knüpfen, in Gesellschaft zu sein.
... Szenarien für die Zukunft?
Also ich bin von der Idee virtueller Welten in der Zukunft schon begeistert. Ich kann mir gut vorstellen, in solchen Szenarien auch Weiterbildungsangebote und Kurse zu nutzen, im Team zusammenzuarbeiten usw.
Auch das Second Life kann "erlebt" werden, finde ich, und man sollte den Wert des vor allem "gemeinsam Erlebten" im virtuellen Leben nicht aberkennen. Hier werden unterschiedlichste Erfahrungen im Umgang mit anderen gewonnen, die im realen Leben oft von Nutzen sein können. Und wenn Männer in Frauenavatare schlüpfen und umgekehrt spricht das vielleicht für den Versuch, das andere Geschlecht ansatzweise verstehen zu wollen...

Hier sitze ich in Mauve (227/178/42) auf einer Bank und raste mich vom Spielen aus ;-)